Sie wurde als „schlimmste Serienmörderin Australiens“ betitelt.
Weil sie ihre vier Kinder getötet haben soll, sitzt eine Australierin 20 Jahre in Haft. Doch wie es jetzt scheint zu Unrecht.
Michael Daley, Generalstaatsanwalt New South Wales "In Anbetracht dessen, dass es begründete Zweifel an der Schuld von Frau Folbigg gibt, bin ich der Ansicht, (…) dass sie im Interesse der Gerechtigkeit so bald wie möglich aus der Haft entlassen werden sollte.“
2003 wird Kathleen Folbigg wegen des Mordes an ihren drei Kindern und des Totschlags an ihrem vierten Kind zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Doch die heute 55-Jährige beteuert stehts ihre Unschuld.
Sue Higgison, Folbigg-Unterstützerin "Es gab keinen einzigen Tag, an dem Kathleen Folbigg nicht mit aller Härte und Gelassenheit und kollektiv ihre Unschuld beteuert hätte. // Wir wissen, dass sie vor 20 Jahren aufgrund von zufälligen und tendenziösen Beweisen verurteilt wurde. Es gab nie einen tatsächlichen forensischen oder pathologischen Beweis dafür, dass die Kinder erstickt wurden oder dass sie diese Verbrechen begangen hat, für die sie verurteilt wurde."
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse deuten nun darauf hin, dass die Kinder möglicherweise eines natürlichen Todes gestorben sind. So soll Folbigg ihren beiden Töchtern beispielsweise eine seltene genetische Mutation vererbt haben.
Anna-Maria Arabia, Geschäftsführerin Australische Akademie der Wissenschaft " Wir wissen, dass sich die Wissenschaft in rasantem Tempo weiterentwickelt und dass wir Mechanismen finden müssen, um ein wissenschaftsfreundlicheres Rechtssystem zu schaffen. // Ich bin sehr erleichtert, dass Kathleen Folbigg begnadigt worden ist.“
Bei dem ursprünglichen Prozess handelte es sich um ein reines Indizienverfahren, bei dem sich die befragten Experten nicht einig waren. Damals hielt es die Anklage aber für unwahrscheinlich, dass gleich vier Kinder eines natürlichen Todes starben.
Folbigg wurde am Montag aus dem Gefängnis entlassen.