Der 16.09.2021 - ein Tag der Steffi und ihrer Tochter Keiko für immer ins Gedächtnis gebrannt ist.
"Die Schreie von von von ihm höre ich auch manchmal noch oder träume auch oft noch von und bin sehr schreckhaft geworden."
Die Familie aus Eppingen sitzt gerade beim Abendessen, als sie von draußen markerschütterndes Katzengeschrei hört. Sie eilt sofort raus und findet ihren Kater Emil hinter dieser Brombeerhecke auf dem Nachbarsgrundstück - qualvoll eingequetscht in einer Bärenfalle.
"Es war ein schrecklicher, schrecklicher Anblick. Diese zwei Fallen Bügel waren zusammengeklappt und ihn hat es in der Mitte getroffen. Und mein Mann hat dann versucht, die Bügel aufzumachen."
20 Minuten qualvoller Todeskampf, den der gerade einmal zwei Jahre alter Kater letztlich verliert. Der direkte Verdacht: Nachbar Ingo M. soll das tödliche Fangeisen aufgestellt habe.
"Er hat gesagt, eigentlich ziemlich plump und auch auch zynisch gelacht und hat gesagt, Ja , er hat mir dreimal in den Garten gemacht und deshalb hat es mir gereicht und ich habe die Falle aufgestellt."
Ein Schock für die trauernde Familie aus Eppingen, die zuvor wegen ihrer fünf Katzen noch nie Streit mit ihrem Nachbarn hatte.
"Man hat sich gesehen, man hat sich gegrüßt, auch mal ein Plausch über über den Gartenzaun gemacht .
Bereits im vergangenen Jahr musste sich Ingo M. für die Tat vor dem Amtsgericht in Heilbronn verantworten, doch im Prozess leugnet er die Schlagfalle aufgestellt zu haben, er wisse nicht wer ihm das Eisen in den Garten gelegt habe. Aus Mangel an Beweisen wird der Prozess eingestellt und der Nachbar freigesprochen. Für Keiko und Mama Steffi ein Skandal.
"Es liegt ja auf der Hand. Also, wer stellt eine Falle auf ein Grundstück, wenn es nicht die Person selbst gewesen war."
Auch die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der 61-jährige Nachbar schuldig ist und legt Berufung ein. In Baden-Würtemberg ist die Nutzung von Totschlagfallen verboten. Nur mit einer Genehmigung der örtlichen Jagdbehörde darf man sie nutzen. Der Verkauf der Fallen ist allerdings weiterhin erlaubt. Seit dem 22. Oktober wird nun vor dem Heilbronner Landgericht neu verhandelt.
"Ich habe jetzt immer noch damit zu kämpfen. Ich werde es wahrscheinlich auch mein Leben lang so mitnehmen."
Heute soll das Urteil fallen. Steffi und Keiko wollen endlich mit dem Fall abschließen und erhoffen sich Gerechtigkeit für ihren Kater Emil - auch wenn sie kein Schuldspruch der Welt Emils Todesschreie vergessen lässt.