Was ist mit Ayleen passiert? Diese Frage beschäftigt die Behörden seit sie am vergangenen Freitag die Leiche der 14-Jährigen im Teufelssee im Wetterauskreis gefunden haben, rund 300 Kilometer von ihrem Wohnort im baden-württembergischen Gottenheim entfernt.
Woran Ayleen gestorben ist, ist bislang noch nicht bekannt. Aber es gibt bereits einen Tatverdächtigen.
Dieter Inhofer: „Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 29-Jährigen deutschen Staatsangehörigen, der als Jugendlicher im Jahr 2007 wegen eines versuchten Sexualdelikts in einem psychatrischen Krankenhaus untergebracht wurde.“
Das Amtsgericht Wetzlar verurteilte den damals 14-Jährigen wegen versuchten sexuellen Missbrauchs in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung an einem 11-Jährigen Mädchen.
Nach seiner Entlassung wurde er weiter durch die Zentralstelle zur Überwachung rückfallgefährdeter Sexualstraftäter, kurz Zürs, vom hessischen Landeskriminalamt betreut.
OT Zimmermann LKA: Der Richter wird aus den Informationen der Haft und aus dem Maßregelvollzug entscheiden, ob er eine Führungsaufsicht auferlegt und wird dann gemeinsam mit uns als Polizei und weiteren Netzwerkpartnern über die Maßnahmen entscheiden, aufgrund der Informationen die vorliegen. Wenn durch die Informationen, die gesammelt wurden, die Führungsaufsicht durch den Richter beendet wird, werden wir als Polizei auch entscheiden, denjenigen aus dem Zürs-Programm auszustufen.
Genau diese Ausstufung fand auch im Fall des Tatverdächtigen aus Wetzlar statt.
Andreas Röhring (14:28:37) „Die Führungsaufsicht wurde am 25.01.2022 entsprechend aufgehoben, nach 5 Jahren, das ist der Regelfall bei uns in Hessen und es erfolgte damit auch eine Ausstufung aus dem Programm Zürs in Hessen.“
Doch nur wenige Monate später sitzt der 29-Jährige aus der Nähe von Wetzlar wieder in Haft – wurde er zu früh aus dem Programm entlassen?
OT Zimmermann LKA: „Die Grenzen des Programms finden wir sehr schnell im Rechtsrahmen. Das heißt die Polizei darf immer nur dann tätig werden, wenn wir dürfen und das legen wir schon so aus, dass wir den bestmöglichen Schutz für die Bevölkerung gewährleisten können, aber es hat am Ende auch immer ein Ende, wenn ein Richter sagt: Er ordnet nicht weiter die Führungsaufsicht an, dann ziehen wir uns auch aus dem Programm zurück, weil es nur Sinn macht, auch in diesem Netzwerk die Maßnahmen zu gestalten.“
Laut ersten Ermittlungsergebnissen soll Ayleen den 29-Jährigen im Netz kennengelernt haben. Und genau hier liegt für Martin Bregenzer von der Initiative Klicksafe die große Gefahr.
„Wenn Erwachsene den Kontakt suchen, zu Kinder und Jugendlichen, dann haben sie im Internet den großen Vorteil, dass sie dabei nicht so gut beobachtet werden können, wie im richtigen Leben.“ (03:39:17)
Für Eltern hat er deswegen folgenden Tipp:
(06:00:00) „Generell ist es wichtig, dass man als Eltern oder als andere erwachsene Bezugsperson Kinder und Jugendlichen vermittelt, dass man ansprechbar ist. Wenn es Probleme gibt, wenn man unangenehme Erfahrungen macht im Internet, dass die Kinder und Jugendlichen immer zu einem kommen können und man helfen kann.“
Der Beschuldigte schweigt bisher zu den Vorwürfen. Die Polizei wird nun weiter ermitteln, was wirklich passiert ist – hier am Teufelssee.