5,1 Tage – so viele Krankheitstage melden Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Auch 2025 beginnt für viele mit einer laufenden Nase.
„Jetzt, kurz nach Neujahr, wollten wir uns in einer Gruppe treffen. Bei einem Freund wurde kurzfristig abgesagt, weil einer von denen Schnupfen bekommen hat“, erzählt ein Passant. Ein anderer ergänzt: „Und Schnupfen. Husten hatte ich auch gehabt.“
Seit vier Jahren wird gern das Coronavirus als Ursache für ein schwaches Immunsystem genannt. Doch Experten widersprechen dieser Theorie.
„Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das Coronavirus oder die Maßnahmen gegen Corona unser Immunsystem geschwächt hätte“, erklärt ein Facharzt. „Was richtig ist: Die Viren haben wir quasi ausgesperrt und uns mit ihnen in diesen drei, vier Jahren nicht auseinandergesetzt. Aber mittlerweile dürfte dieser Effekt auch nicht mehr der hauptsächliche sein.“
Der hohe Krankenstand hat einen anderen, viel banaleren Grund. Die Anzahl der Krankheitstage stieg von 2021 auf 2022 um fast 40 % – und blieb auf diesem Niveau. In dieser Zeit wurde die elektronische Krankschreibung eingeführt.
Dadurch werden jetzt alle ärztlichen Atteste automatisch erfasst und fließen in die Statistiken ein. Experten vermuten, dass die Menschen nicht öfter krank sind, sondern dass Erkrankungen jetzt einfach besser dokumentiert werden.
Zudem hat sich das Verhalten verändert.
„Wir haben ja auch während der Pandemie den Leuten immer erzählt, wenn sie Symptome haben – egal ob das jetzt Corona ist oder etwas anderes – dann bleiben sie lieber zu Hause, damit sie die anderen nicht anstecken. Naja, und wenn man das den Menschen erzählt, dann darf man sich nicht wundern, dass sie das dann auch machen“, erläutert der Facharzt.
Fazit: Die hohe Zahl der Fehltage liegt vor allem an einer genaueren Erfassung durch die elektronische Krankschreibung. Außerdem bleiben viele inzwischen bei Krankheit zu Hause, statt sich krank zur Arbeit zu schleppen – ein Verhalten, das während der Pandemie gelernt wurde.