Er ist höchstens einen Meter breit, an manchen Stellen nur 10 Zentimeter. Aber die Wut der Hausbesitzer aus Hamm über diese Mini-Fläche ist riesig!
"Das interessiert auch keinen. Da sagt keiner: hömma, ich kümmere mich jetzt mal da drum oder mach dir keine Sorgen. Nein, da passiert nix!"
Monika Müller macht sich strafbar (Soundeffekt), wenn sie auf das Grundstück ihres Vaters will.
Denn der geschäftstüchtige Immobilienunternehmer Rainer Galunder hat diese Mini-Fläche hier VOR dem Haus gekauft - angeblich will er die Aufregung jetzt nicht verstehen.
"Ich bin erstaunt, was da für ein künstlicher Ärger erzeugt wurde!"
Seit 86 Jahren wohnt Günter Schumacher in seinem Haus in Hamm an der Sieg. Tochter Monika ist hier groß geworden. Im Sommer 2023 bekommt die Familie Post: von Immobilienunternehmer Rainer Galunder. Es heißt: Der Rentner habe kein Wegerecht mehr, sein Haus sei nicht baulich erschlossen. Die Mini-Fläche vor dem Haus gehöre Rainer Galunder. Einen rechtmäßigen Zugang zum Haus gibts also nicht mehr.
"Da hat er uns halt eben gesagt, er hätte das ersteigert von der Bundesrepublik Deutschland, er würde es uns unterlassen, über dieses Stück zu fahren und er wollte dann 2500 Euro dafür haben!"
Dabei machte der Immobilienunternehmer ein Schnäppchen: Für UNTER 100 Euro kauft er 2022 insgesamt 81 Quadratmeter Neidstreifen.
Die Folge ist, dass die Anwohner nun das Wegerecht verletzen müssen, um zu ihren Grundstück zu kommen. 4 Häuser sind insgesamt betroffen. Von jedem Hausbesitzer will der pfiffige Geschäftsmann nun jeweils 2.500 Euro, damit sie wieder Zugang haben.
"Ich war so sauer auf den Typen. Ich mein er hat es ja Rechtens erworben, das mache ich ihm nicht zum Vorwurf. Aber dieses WIE er das jetzt verkaufen will!"
Na, mit einer etwa 100-fachen Gewinnmarge! Das bestätigt der Geschäftsmann
freimütig selbst!
"WAS kann daran unmoralisch sein? Dann muss ich ihnen sagen: Sie werden dem Käufer vor, dass er etwas gekauft hat, was die Bundesrepublik verkauft hat. Dann verkaufen sie es doch bitte nicht!"
Für die Hausbesitzer bedeutet das nicht vorhandene Wegrecht einen Wertverlust.
Eigentlich dürfen Grundstücke nicht verkauft werden, wenn sie der einzige Zugang zum Haus sind. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BiMA, bietet es 2022 trotzdem an.
Wie kann das sein? Auf RTL-Anfrage heißt es unter anderem:
"Die BImA bedauert, dass sie trotz ihrer langjährigen Bemühungen weder die Kommune noch die Grundstückseigentümer zu einem Kauf der Grundstücke bewegen konnte. Für das Verhalten von Herrn Galunder ist die BImA jedoch nicht verantwortlich."
Monika Müller beklagt, ihnen sei der Neidstreifen nie angeboten worden. Der Kommune aber schon. Doch die hatte kein Interesse und offenbar auch nicht mit Rainer Galunder gerechnet.
"Wenn ich geahnt hätte, dass Grundstücke an Private veräußert werden können, dann hätten wir vielleicht, was die Erschließungssituation angeht, etas genauer hingeguckt!"
Die Schumachers können sich den Neidstreifen nicht leisten. Monika will über die Sache - den Neidstreifen - einfach hinweggehen.
"Ich fahre hier weiter drüber. Soll ich einen Hubschrauberlandeplatz bauen?
Monika Müller und ihr Vater wollen den Streit also aussitzen - aber auf ihrem Grundstück.