Noch immer steigt das Wasser weiter an. Am frühen Abend sind weite Teile des Elbufer hier in Dresden gesperrt. Immerhin die Trümmerteile der Carola Brücke halten dem Hochwasser stand. Noch.
Die Brücke steht genauso, wie sie steht. Und das ist auch eine gute Nachricht. Die Experten, die rund um die uhr dieses Bauwerk beobachten und monitoren, haben uns zurückgemeldet. Es gibt keine signifikanten Veränderungen, auch nicht durch das Hochwasser.
Doch die Wassermassen, die in den Nachbarländern vom Himmel gefallen sind, fließen jetzt erst zu uns. Bis Mitte der Woche soll der Pegel in Dresden weiter steigen. Im sächsischen Bad Schandau stapeln sie die Sandsäcke zum Schutz vor der Elbe.
Wir hoffen, dass es nicht kommt. Aber die Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden. Bei vier, bei 7 Meter 40 kommt es aus den Gullys auf den Markt. Dann drückt sie in die Gasse rein.
Auch in Brandenburg und Bayern Sorge vor den Fluten. Der Kanzler nennt die Hochwasser bedrückend, verspricht Hilfe auch den Nachbarländern.
Ich habe schon meine Solidarität mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, unsere Unterstützung angekündigt und wir werden helfen, so weit wir können.
Und die Hilfe wird nötig sein angesichts dieser Bilder Wassermassen, die mindestens vier Menschen in Polen das Leben kosten. Für die Hochwassergebiete ruft das Land den Katastrophenzustand aus. Für Orte wie die Kleinstadt Klotzko. Anwohner verharren auf ihren Dächern, müssen gerettet werden. Ich habe hier mehrere Freunde. Sie warten in den obersten Stockwerken auf ihre Rettung. Es ist für alle hier sehr schwer. Schwerwiegende Folgen hatte gestern der Bruch dieses Staudamms auch für andere polnische Städte. Das Wasser kam, zerstörte und ging wieder. Es war wie ein Weltuntergang. Ich weiß nicht, ob man es noch Wasser nennen kann, wenn ganze Bäume darin treiben. Die Stadt sieht aus wie eine Apokalypse. Ich würde sagen, sie ist eine Geisterstadt. Menschen, die nicht glauben können, wie nun ihr Zuhause aussieht.
Die gibt es aber auch in Tschechien. Mindestens sieben Personen werden vermisst. Stellenweise sind ganze Ortschaften von den Fluten eingeschlossen. Welche Kraft das Wasser hat, bekommt dieser Feuerwehrmann zu spüren. An einem Seil gesichert, versucht er die Straße zu überqueren, doch die Fluten reißen ihn weg. Der Mann kann sich ans Ufer retten.
Anders in Österreich. Dort stirbt im Hochwassergebiet ein Feuerwehrmann beim Auspumpen eines Kellers. Drei weitere Menschen ertrinken. Und die Lage bleibt angespannt. Am Ottenstein Staudamm müssen die Flutklappen geöffnet werden. Es hat sich zu viel Wasser angesammelt. Denn in Niederösterreich regnet es in wenigen Stunden so viel wie sonst in einem ganzen Monat. Das Bundesland, derzeit zum Katastrophengebiet erklärt.