Backe, backe Brötchen. Schön knusprig, solche Aufbackbrötchen. Aber wer hätte gedacht, dass da Alkohol drin ist? Wir fragen in Köln Passanten, ob sie das wussten.
Passanten:
"Das wusste ich beim besten Willen noch nicht. Also ich bin jetzt gerade überrascht, das zu erfahren."
"Also ich finde das sehr problematisch, weil man damit gewisse Abhängigkeiten schafft."
"Wenn jetzt ein paar Menschen keinen Alkohol vielleicht vertragen können, vielleicht kann ja irgendwas mit der Gesundheit passieren."
Zu den gesundheitlichen Folgen kommen wir später. Erstmal erklärt uns Lebensmittel-
Kontrolleur Bernd Stumm, dass wir zwei Arten von Alkohol in Lebensmitteln unterscheiden müssen. Zum einen den aus Gärprozessen, zum Beispiel in fertigen Backwaren.
Stumm: "Im Mehl ist Stärke. Die Stärke wird durch Enzyme abgebaut. Dann entsteht Zucker. Dieser Zucker wird umgewandelt in ein Kohlendioxid. Das sind die Bläschen. Warum der Teig nach oben geht, und bei diesem Prozess entsteht auch Alkohol in ganz geringen Mengen."
Wir reden hier von rund Null Komma eins bis Null Komma Zwei Prozent Alkohol. Da brauchen wir weder Angst vor Schwips noch Alkoholvergiftung haben.
Stumm: "Alle Ware aus dem natürlichen Gärprozess, was aus dem natürlichen Gärprozess stammt, ist absolut ungefährlich. Das ist in keinster Weise kritisch, auch nicht für die Bevölkerung, die besonders empfindlich sind. Kinder, Schwangere, Kranke."
Und dann gibt es noch Lebensmittel mit zugesetztem Alkohol, dazu gehören auch die Aufbackbrötchen. Außerdem Süßigkeiten, Fertiggerichte oder diese Cocktailsoße.
Stumm: "Hier ist Branntweinessig drin. Oder Sherry, um den Geschmack zu verfeinern. Das sind so Sachen, um zu sagen okay, ich setze hier schon Alkohol zu, aber auch die Menge von dem Alkohol, die letztendlich da drin ist, ist unter 1,2 %. Also ist vielleicht bei 0,5 % und deswegen nicht Kennzeichnungs-
pflichtig."
Und das ist gefährlich für alle, die keinen Alkohol konsumieren dürfen. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale auffälligere Hinweise, wenn Lebensmittel Alkohol enthalten. Noch muss jeder, der das wissen will, ganz genau hinschauen.
Stumm: "Also wir haben verschiedene Kennzeichnungsarten. Einmal Alkohol, dann Ethanol, dann Ethylalkohol und Weinsäure, über diese vier. Wenn man diese vier liest, dann weiß man: Aha, hier ist Alkohol vorhanden."
Aber wenn es deutlichere Hinweise geben würde, dass Alkohol im Lebensmittel steckt, wäre das für uns Verbraucher auf jeden Fall erfreulich.