Gustavo hat an alles gedacht, an die Schutzweste, den Patronengürtel, Verbandsmaterial und natürlich an den Helm.
Gustavo (Name geändert):
"Ich war im Militär, ich bin ein Kämpfer. Deshalb bin ich in die Ukraine gereist, um hier der Ukraine beim Krieg zu helfen. Aber sie haben mich nicht genommen, weil ich kein Englisch spreche. "
Der 23-Jährige Brasilianer möchte nicht erkannt werden, er heißt auch nicht Gustavo. Er habe für Frankreichs Fremdenlegion gekämpft, behauptet er, er sei kein Abenteurer.
Auch Abdul aus Florida wollte für die Ukraine kämpfen.
"Ich bin hergekommen um dem ukrainischen Volk zu helfen – ich wollte gegen die Russen kämpfen. Eine Woche waren wir dort, aber überall haben sie uns abgelehnt." Er sei zu alt, habe man ihm erklärt, ausländische Kämpfer über 49 würden sie nicht nehmen.
Es sind Tausende Männer aus aller Welt, die für die Ukraine kämpfen wollen, sagt mir Anton Myranovich , Sprecher der Internationalen Legion. Doch sie würden jeden genau prüfen.
Anton Myranovich/“Internationale Legion“ der Ukraine:
"Wir laden Menschen ein, die echte Kampferfahrung haben, nicht nur Militärerfahrung, sondern echte Kampferfahrung. Das muss man verstehen. Ich meine Männer, die schon an anderen Hotpspots der Welt waren und die wissen, was echte Kämpfe sind, wie man in richtigen Kämpfen überlebt. Nicht nur wie man mit einer Waffe umgeht."
Denn für Abenteurer sei es hier zu gefährlich. Jeden Tag sterben in diesem Krieg Soldaten und Zivilisten. Russland hat eine viel größere Armee, trotzdem schlagen sich die Ukrainer tapfer. Doch sie brauchen nicht nur Waffen aus dem Ausland, sondern eben auch Kämpfer. Und alle Söldner müssen einen Vertrag mit der Armee unterzeichnen.
Anton Myranovich/“Internationale Legion“ der Ukraine:
"Und dann genießen sie alle Vorteile, alle Rechte, aber auch die Verantwortung eines ukrainischen Soldaten, Sie bekommen ihren Sold, Munition, eine Uniform und alles was reguläre ukrainische Soldaten auch bekommen. Es gibt keinen Unterschied, sie kämpfen mit uns zusammen Schulter an Schulter."
So hatte sich das auch Gustavo vorgestellt. Doch in einer internationalen Kampftruppe wird Englisch gesprochen, Französisch reichte nicht.
Gustavo:
"Ich wollte kämpfen. Obwohl das nicht mein Krieg ist, nicht mein Land, aber ich wollte helfen. Und sie haben mir die Tür vor der Nase zugeschlagen. Fühlt sich nicht gut an. Aber ich wünsche dass es gut geht, dass die Ukrainer siegen werden."
Fünf Tage war er dort. Jetzt ist er in Polen und wird wieder zurück nach Frankreich fahren zu seiner Frau.