Wer sich mal richtig angackern und zu krähen lassen will, muss früh aufstehen. Am Dorfrand sitzt eine wilde Hühnerschar in den Bäumen und begrüßt mich mit voller Lautstärke. Es ist kurz nach 5:00 morgens. Also dieses Dorf hier. Ganz sicher kein Ort für Langschläfer. Ein Wahnsinnslärm. Das heißt die Gemeinde, die von den wilden Hühnern und Hähnen heimgesucht wird. Hier haben die Royals ganz in der Nähe ihren Landsitz und die Dorfbewohner ein Problem. Der Hühnerkot stinkt furchtbar und er macht einen Autolag kaputt. Im Lockdown haben sich viele Leute Hühner zugelegt, Als sie nicht mehr wussten, wohin damit, wurden die einfach ausgesetzt. Bei den vielen anderen wilden Hühnern, wo sich Hahn und Hase Gute Nacht sagen, Hennen rennen und den Verkehr behindern, sorgt die wilde Hühnergang für reichlich Zündstoff zwischen den zugezogenen und alteingesessenen Dorfbewohnern der Country. Die Hühner gehören zu uns hier auf dem Land. Wem das nicht gefällt, der kann ja wegziehen. Da sind Stadtbewohner zu uns ins Dorf gezogen, die das Krähen morgens um vier nicht ertragen. Aber es ist doch so Wer Fluglärm nicht mag, sollte nicht in die Nähe eines Flughafens ziehen. Durch Social Media und das britische Fernsehen sind die wilden Hähne von Sam schon berühmt geworden. Sie werden heimlich gefüttert und vermehren sich prächtig. So sehen eigentlich glückliche Hühner und Hähne aus. Das Problem ist nur Es sind zu viele Hähne, und für die muss sich der Gemeinderat jetzt was einfallen lassen. Eine erste Gemeindeversammlung zu den Hühnern brachte nichts.
Da wurde nur.
Gestritten. Vertreiben will man die Hühner jetzt nicht. Erst mal fachkundigen Rat einholen. Was also tun? Mit dem Federvieh einsammeln und ab in die Suppenküche? Andere Anwohner träumen schon hiervon. Oder sie verkaufen lieber gleich ihr Haus an Frühaufsteher mit einem Herz für wilde Hühner und Sinn für laute Morgenstunden.