Barbara ist verzweifelt. Sie fühlt sich ständig beobachtet. Ihr Ex-Partner lauert ihr an jeder Ecke auf:
Barbara P., Stalkingopfer: „Also ich. Man kriegt Schlafstörungen, man hat Angst, man kriegt so einen Verfolgungswahn richtig.“
Trotz Richterlichen Kontaktverbots soll Patrick F. Barbara und ihre Kinder immer wieder terrorisieren. Jetzt hofft sie, dass das Gericht endlich eine Haftstrafe gegen ihren Stalker erwirkt.
Barbara und Patrick F. waren von August 2020 bis Dezember 2021 ein Paar. Kurz bevor sie die gemeinsame Tochter zur Welt bringt, trennt sie sich von dem 34-Jährigen.
Barbara P., Stalkingopfer: „Weil es einfach auch nicht. Es wurde immer schlimmer durch die Schwangerschaft, diese Streitereien."
Kurz nach der Trennung soll Patrick F. angefangen haben sie zu stalken. Er ruft ständig an, soll Beileidigungen an ihren Hauseingang geschmiert und ihr vor der Kita aufgelauert haben, bis sie sich anfängt zu wehren:
Barbara P., Stalkingopfer: „Hab ich dann auch komplett durchgezogen. Und dann habe ich halt auch mit der Polizei eine Anzeige gemacht. Ich habe ziemlich schnell eine Anzeige gemacht.“
Das gute - Barbara führt ein Stalkintagebuch. Fotos, Videos, die Telefonanrufe, alles kann sie dem Gericht vorlegen. Ihr Ex wird daraufhin im Februar 2023 zu einem Kontaktverbot und einer Haftstrafe von 12 Monaten auf Bewährung verurteilt. Doch kurz nach dem Urteil macht er einfach weiter.
Marika Lang, Landgericht Chemnitz: „Das Besondere an diesem Verfahren war, dass der Angeklagte im Februar letzten Jahres verurteilt, wurde wegen der gleichen Taten, die er jetzt wieder begangen hat. Und diese Taten hat zwei Tage nachdem das letzte Urteil verkündet worden ist, begangen.“
Immer wieder soll Patrick F. die Auflagen gebrochen haben, immer wieder muss Barbara Beweise dafür vorlegen. Aber sie gibt nicht auf.
Barbara P., Stalkingopfer: "Ich bin eigentlich nicht so ein Mensch, aber eigentlich würde ich mir schon wünschen, dass er eine Haftstrafe bekommt, das wirklich mal die Konsequenz da ist, dass Ruhe ist."
Aber das Landgericht Chemnitz spricht erneut nur eine Verwarnung aus. Am Ende steht wieder nur eine zehnmonatige Bewährungsstrafe mit Auflagen. Unser Reporter will vom Angeklagten wissen, ob er diesen letzten Warnschuss nun endlich verstanden hat.
RTL-Reporter Frank Vacik fragt nach: "Werden sie die Auflagen denn jetzt einhalten oder zukünftig ihre Ex-Freundin immer noch belästigen?"
Keine Antwort. Doch sollte er sich Barbara und den Kindern noch einmal nähern, wird er ums Gefängnis wohl nicht mehr herumkommen.