Gleich mehrere Familien sind hier in Lilienthal bei Bremen vom Wasser bedroht. Die Wümme ist über die Ufer getreten, seit Stunden sind die Feuerwehren hier im Einsatz, um das Zuhause der Anwohner zu sichern:
Anwohnerin
05.43 "Es kommt schon recht dicht ans Haus, also / ich konnte die ganze Nacht beobachtebn wie hier Sandsäcke hin und her gefahren werden, durch's Wasser durch mitm Radlader, um eben halt das am Würpe-Deich entsprechend zu platzieren. Es ist.. sehr, sehr bedrohliche Situation."
In vielen Teilen Niedersachsens ist die Hochwasser-Lage angespannt. Bei Haselünne im Emsland ist ein Teil der Bundesstraße vom Wasser unterspült worden - und weggebrochen. In Rinteln ist ein ganzer Stadtteil überflutet, mehr als 100 Bewohner müssen gestern evakuiert werden. In Bremen-Borgfeld wird eine Wohnstraße zur Wasserstraße: die Feuerwehr evakuiert ältere Anwohner am Abend (pixeln!) mit Schlauchbooten.
Während das Wasser im Süden und Westen Deutschlands keine Probleme mehr macht - bleibt es im Norden und Osten weiter kritisch.
In Dresden wappnen sich die Menschen für einen weiteren Anstieg der Elbe. Erste Uferstraßen sind schon gestern Nachmittag überschemmt.
Vox-Pop:
"Also man bekommt Angst, zudem was man die Jahre zuvor erlebt hat, der Höchstand ist ja noch nicht erreicht, man macht sich täglich seine Gedanken."
Im niedersächsischen Northeim ist am ersten Weihnachtsfeiertag ein Damm gebrochen. Die kleine Rhume ist zu einem reißenden Fluss geworden. Gas- und Stromleitungen liegen offen und drohen von Treibgut beschädigt zu werden.
Der kleine Ort Schenkenschanz der Gemeinde Kleve am Niederrhein ist zeitweise nur noch mit einem Boot des Technischen Hilfswerks zu erreichen, weil die Zufahrtsstraße geflutet ist.
Genau so - und noch schlimmer - sieht es in Haren an der Ems aus. Hier ist an vielen Straßen für Autofahrer heute Vormittag kein Durchkommen mehr. Ganze Landstriche versinken im Wasser.
In Flotwedel im Landkreis Celle kämpfen die Anwohner selbst gegen die Fluten:
Vöxe
"Weihnachten 23 unter Wasser. Nicht so schön, gar nicht schön. Wir haben die ganze Nacht Wasser geschleppt."
13:47
"Sind halt dabei immer alles auf die Rasenfläche zu pumpen, aber ist so ein bisschen Kampf gegen Windmühlen."
Im Moment machen den Behörden besonders die voll gelaufenen Talsperren Sorgen. So wie die Okertalsperre im Harz. Die hat ihre maximale Kapazität inzwischen erreicht.
Durch den Überlauf schießen hier 30.000 Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe.