Wer hier vor italienischen Küste Liguriens abtaucht, der traut seinen Augen wohl kaum. In zehn Metern Tiefe stehen da Gewächshäuser auf dem Meeresgrund.
Die Unterwasser-Plantage hat elf sogenannte Biosphären, darin ist Luft wie bei einer Taucherglocke. In die können die Unterwasser-Gärtner reintauchen, um nach ihren Kräutern, Erdbeeren, Salat und Co. zu sehen.
„Wir haben hier unten ein anderes Licht als an Land. Die Pflanzen suchen wie verrückt die Sonnenstrahlen und wachsen schneller und auch größer“, sagt Valerio Di Dio von Nemo’s Gardenn.
Jetzt im Spätsommer ist das Meer hier durchgehend um die 25 Grad warm. Ein Vorteil gegenüber den schwankenden Temperaturen an Land, wo Hitze und heftiger Regen die Ernte zerstören können. Und auch Wasser für die Pflanzen ist hier unten immer da.
„Die Luft hier drinnen ist warm, dadurch verdunstet das Meerwasser und steigt ohne das Salz an die Decke. Herunter tropft dann Süßwasser für unsere Pflanzen“, sagt Di Dio.
Die italienischen Unterwasser-Farmer sind ein Team aus Biologen und Visionären. Hier am Strand in der Nähe von Genua haben sie eine Lösung gefunden, wie wir in Zukunft trotz Klimawandel ganz nachhaltig Lebensmittel anbauen können.
„Unterwasser brauchen wir keine Pestizide, weil die Pflanzen durch das Meer vor Schädlingen geschützt sind. Da kann ja nichts hinkommen. Und sie können da unten immer wachsen, egal ob Sommer oder Winter, weil es nicht so starke Temperaturunterschiede wie an Land gibt,“ sagt Francesca Picci von Nemo’s Garden.
Wärme, Wasser und Licht bekommen sie im Meer ganz ohne die Energie, die in Gewächshäusern an Land dafür benötigt wird. Auch in anderen Ländern sollen diese Unterwasser-Gewächshäuser jetzt getestet werden. Und vielleicht ist es ja schon bald so weit, wenn im Supermarkt Kräuter und Gemüse vom Meeresgrund stehen.