In Werder steht Stillstand auf der Tagesordnung. Denn kilometerweit reihen sich hier jeden Tag die Autos ein. Grund dafür ist dieser Bahnübergang.
Wenn wir in den Ort reinfahren, stehen wir immer. Entweder wenn wir reinfahren oder rauskommen.
Schrecklich. Komplett schrecklich. Man steht länger als man fährt hier.
Wenn man Pech hat, steht man hier bis zu 12(!) Stunden am Tag und keiner kommt mehr durch! Und ist das ding einmal unten, kann das schonmal dauern.
Ich steh jetzt ungefähr seit 4 Minuten hier, die Schranke ist immer noch unten, nichts tut sich, alle Motoren sind aus und die Autoschlange wird länger und länger. Ich kann sehr gut nachvollziehen warum die Werderaner da keine Lust mehr drauf haben.
Wie schlimm es hier wirklich wirklich zugeht, werden wir gleich noch messen. Und klären: Warum tut sich hier denn nichts?
Bis zu 10.000 Fahrzeuge befahren den Übergang hier täglich. Denn er trennt Werder sozusagen in zwei Hälften. Viel betrieb, den auch die Bürgermeisterin zu spüren kriegt. Denn auch sie steht hier gern mal im Stau.
Gestern waren 35 Minuten . Heute Morgen 15 Minuten .
Ewigkeiten Schlange stehen für ein paar Kilometer, in Werder liegen die Nerven blank.
Die Stadt ist in zwei Teile geschnitten. Die Bürger sind maximal genervt. Sie haben wirklich die Nase gestrichen voll. Sie können sich vorstellen, wenn sie hier wohnen und ihr Kind zum Fussball bringen wollen oder auf Arbeit fahren wollen ... Ein ganzer Stadtteil ist in dieser Stausituation vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten.
Neben Arbeits- und Lebenszeit, die hier verloren geht, ist hier auch noch Gefahr im Verzug.
das zunehmende Problem , dass tatsächlich die Rettungszeiten , die ja gesetzlich verankert sind , nicht eingehalten werden können durch die Schrankensituation hier hat dazu geführt , dass das der Landkreis in den Hafen Auen , also auf dieser Seite der Schranke eine zweite Rettungswache gebaut hat , um die Situation zu entschärfen . Aber der Rettungswagen gestern wollte von den Havelauen in die Stadt und steht hier ganz genauso.
Wie drastisch die Situation hier am Bahnübergang ist, zeigt auch unsere kleine Messung.
Ich hab jetzt mal so ein bisschen mitgezählt und in den letzten drei Minuten, die die Schranke offen war, davor war sie sechs Minuten zu, sind ungefähr 10 Autos drüber gekommen. Der Rest steht jetzt hier weiterhin im Stau."
Der stau entsteht nicht nur, weil die Werderaner hier durchfahren. Auch die Navigationsgeräte leiten bei Stau auf der Autobahn gerne mal den Verkehr hierhin um. Genauso wie die Bahn, die über diese Strecke hier gerade NOCH mehr Züge durchleitet. Wie kriegt man hier nur wieder Bewegung in die Sache? Eine Unterführung für Autofahrer und Fußgänger ist geplant. Doch die lässt seit satten 15 Jahren auf sich warten!
wir fordern ganz klar vom Ministerpräsidenten einen Tunnelgipfel mit allen , die Verantwortung tragen .
Verantwortlich ist also das Land Brandenburg. Wir haben mal nachgefragt. Ja woran hakt es denn?
Die DB AG benötigt die Gleisanlagen im Bereich Werder/H. in den nächsten Jahren als Umleitung für diverse Bauprojekte. Die für den Einbau von Hilfsbrücken notwendige Sperrung der Gleise ist erst im 2. Halbjahr 2028 möglich.
Weil die Bahn die Strecke braucht, können die Arbeiten also erst in ein paar Jahren starten - Klasse! Und so sorgen wir jetzt erstmal dafür, dass die Werderaner zumindest heute während des Wartens gut versorgt sind.