Das ist sie: Die neue Wunderfähre Missunde III.
Größer und leiser als ihre Vorgängerin. Dazu solar-und battieriebetrieben- also völlig emissionsfrei.
Nur eins ist sie -trotz ihres stolzen Preises von 3,3 Millionen Euro- leider nicht: einsatzbereit
Rüdiger Jöns
Fährpächter
Es gibt hier immer Probleme am Anlauf und die sind jetzt hier ein bisschen größer als gedacht, muss ich ehrlich auch zugeben.
Testfahrten zeigen auch: Schon bei schwachen Windbrisen gerät die Schleifähre ins Schlingern.
Dabei hätte man durchaus wissen können, dass die Schlei - ein Meeresarm der Ostsee- herausfordernde
Strömungsverhältnisse hat und hier im Norden eigentlich immer der Wind weht.
Katharina Steinhöfel, RTL-Reporterin
Das Problem: Die neue, wie die alte Fähre, gleitet an einem Seil entlang. Aber die neue ist 100 Tonnen schwerer und das macht die Fahrt schon bei leichtem Wind im sprichwörtlichen Sinn zum Drahtseilakt.
Der Fanghaken vorne muss zügig an Land einrasten und das Schiff sichern: macht er aber nicht. Auch der Bürgermeister glaubt -ganz klar- an einen Konstruktions-
fehler.
Joschka Buhmann
(Wählergemeinschaft Brodersby-Goltoft), Bürgermeister Brodersby-Goltoft
Es ist sicherlich eine sehr moderne Fähre mit einem sehr modernen Antrieb und sicher auch gut gedacht, aber von der Sache her sicher auch von der Konstruktion durchsetzt, aber nicht hier an dieser Stelle.
Der Stillstand auf der Schlei. Er nervt. Statt übers Wasser abzukürzen, geht es jetzt über Land. Je nach Zielort über Kappeln oder Schleswig. So dauert die Fahrt von einem Ufer zum anderen schnell mal- also nicht im wörtlichen Sinn- 40 Minuten statt 2.
Den Gewerbetreibenden gehen natürlich Aufträge durch die Lappen, um es mal ganz salopp auszudrücken. Die sind nicht wirklich konkurrenzfähig,
jetzt gerade durch die längeren Fahrtwege die einkalkuliert werden müssen. Und die Anwohner im ganz besonderen, die täglich darauf angewiesen sind auf die andere Seite zu kommen, die beschäftigt das natürlich sehr und die haben natürlich auch finanzielle Einbußen dadurch.
Doch gemach!
Rettung ist in Sicht. Allerdings nicht in unmittelbarer.
Die dieselbetriebene Vorgängerin-die Missunde II, die über 20 Jahre nahezu störungsfrei über die Schlei schipperte, erlebt ihr Revival. Zuvor aber muss auch sie zur Überholung in die Werft. Eigentlich war der Oldie sogar schon verkauft.
Tobias von der Heide
Staatssekretär
Es ist nicht unsere Wunschlösung gewesen, bzw. ein anderer Plan war eigentlich vorgesehen, weil wir mit der Misssunde III ja eigentlich eine neue Fähre haben, aber wir mussten feststellen, dass äh technische Herausforderungen jetzt eben dazu führen, dass das nicht sofort funktioniert.
Mitte April soll die alte Fähre die Schlei wieder queren. Versprochen!
Und die äh neue?
Na, wenn andere Seile getestet, Bodenproben genommen und zusätzliche Pfähle gerammt wurden.
Also irgendwann einmal....
Birgit Matelski Landesbetrieb Küstenschutz SH
Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass die Missunde 3 fährt, das man da nur ein bisschen dran drehen muss und dann funktioniert das. Das hat eben nicht geklappt.
Stimmt!
Wie teuer Umbau der neuen und Renovierung der vorgänger Fähre werden, kann die Landesregierung noch nicht beziffern.
Der Start der Miss-unde III- missglückt.