Auch in der Dunkelheit haben die Helfer ihre Arbeit fortgesetzt. Noch immer gibt es Vermisste. Möglicherweise, so die Hoffnung, sind sie unter den noch nicht identifizierten Verletzten in den Krankenhäusern.
Denn nach dem Unfall gestern um die Mittagszeit, zählt für die Rettungskräfte erst einmal jede Sekunde.
Klemens Reindl, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst: "Der Einsatz ist lehrbuchmäßig abgelaufen. Das war wirklich sehr beeindruckend. Wir haben in 45 Minuten alle schwerverletzten Patienten in Transportfahrzeugen gehabt, haben sie in Kliniken oder im Hubschrauber in weiter entfernte Kliniken gebracht".
Trotzdem kommen einige der 140 Fahrgäste ums Leben. Unter den dutzenden Verletzten sind auch Kinder.
Der Zug war auf dem Weg nach München, als er etwa zweieinhalb Kilometer von Garmisch-Partenkirchen auf einspuriger Strecke in einer leichten Linkskurve entgleiste.
Mit Leitern retteten Helfer die Verletzten aus den Waggons. Es ist einem Zufall zu verdanken, dass das schneller ging, als es die extrem verkeilten Teile der Regionalbahn zunächst vermuten ließen.
Herbert Maurus, Feuerwehr Garmisch-Partenkirchen: "Es waren 15 Bundeswehrsoldaten in dem Zug, die nicht verletzt waren. Die haben sofort Erste Hilfe eingeleitet und haben uns von innen die Fenster rausgeschlagen, dass wir von außen mit den Leitern rein konnten."
Einige, die es von selbst aus dem Zug geschafft hatten, irrten blutend und unter Schock auf dem Grünstreifen der benachbarten Bundesstraße umher.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser zeigte sich bei ihrem Besuch des Unglücksortes tief erschüttert.
OT Nancy Faeser, SPD; Bundesinnenministerin: "Ich bin hier um unser Mitgefühl der Bundesregierung insbesodnere auch des Kanzlers Olaf Scholz und meines Kollegen, Verkehrsminister Volker Wissing, auszudrücken. Ich bin aber auch gekommen um meine Solidarität mit den Rettungskräften zu zeigen und mit den Verletzten."
Warum der Zug entgleiste, ist bisher unklar. Die Bahnstrecke wird wohl noch bis Mitte nächster Woche gesperrt sein. Die Behörden empfehlen, Garmisch-Patenkirchen als Freizeitziel mindestens über die Pfingsttage komplett zu meiden.