Sie sind cool, sie surfen und sie tun Gutes: Harry Dennis und Gavin Parker aus dem englischen Cornwall wollten nicht länger zusehen, wie Plastik, Fischernetze und Taue die Weltmeere verschmutzen…und fingen an es einzusammeln.
"Mittlerweile werden wir angerufen, wenn Fischereiausrüstungen am Strand oder an der Küste gesehen wird und wir lieben es, das einzusammeln, es ist unsere Leidenschaft, es fühlt sich einfach so gut an, das aus den Meeren zu holen und zu wissen, dass wir damit etwas Gutes tun."
Denn Fischernetze sind die tödlichste Form von Plastik in den Weltmeeren und bisher gibt dafür kein Recyclingsystem.
"Fischernetze wie dieses hier und Fischereiausrüstung generell sind für 10% der Plastikverschmutzung in den Weltmeeren verantwortlich. Das sind 500 000 bis 1 Million Tonnen jedes Jahr. Dabei kann man dieses Material sehr gut Wiederverwenden und daraus zum Beispiel Sonnenbrillen machen."
Und genau das tun Harry und Gavin. Vor fünf Jahren gründeten sie das Unternehmen Waterhaul und stellen zunächst Sonnenbrillen her.
"Damals lebten wir zusammen. Harry hat sich immer in seinem Zimmer eingeschlossen und irgendwann kam er endlich raus und zeigte mir die erste Sonnenbrille, die er aus Plastikmüll gemacht hatte - und ich war sofort begeistert."
Seitdem reiten sie die Welle des Erfolgs, machen mit ihrer Firma ordentlich Profit. Vergangenes Jahr zogen sie Investoren an Land und mittlerweile bekommen sie Plastik aus dem ganzen Land zugeschickt. Das wird dann sortiert, zerkleinert und geschmolzen. Doch das ist für sie noch nicht genug.
"Wir haben herausgefunden, dass manches Plastik, das wir hier einsammeln einmal den Atlantik überquert hat, im Moment kann man einfach nicht herausfinden, wer was in die Meere wirft. Je nachdem, wie die Fischereiausrüstung gemacht ist, ist sie leichter zu recyceln und da würden wir uns Gesetze wünschen, die das bestimmen."
Doch ihr Engagement schlägt schon jetzt hohe Wellen. Mittlerweile stellen sie nicht nur Sonnenbrillen, sondern auch Equipment zum Müllsammeln, wie Messer und Müllpicker her und verwandeln somit das Problem in Werkzeuge, die das Problem lösen.
"Wenn unser Unternehmen gut läuft, dann gibt es uns bald nicht mehr. Klingt komisch aber unsere Mission ist, dass es keinen Plastikabfall mehr in den Meeren gibt. Abfall soll zu etwas Wertvollem werden und so die Menschen auf das Problem aufmerksam machen. Wenn wir das schaffen, ist unser Job getan."
Bis das geschafft ist, sammeln sie weiter fleißig Plastik von englischen Stränden und zeigen nebenbei, wie man aus Müll Geld macht.