Fassungslos sitzen Menschen am Busbahnhof von Santa Catarina in Brasilien. Ein blauer BMW wird abgeschleppt. In dem Auto kamen in der Silvesternacht drei junge Männer und eine 19-Jährige fast zeitgleich ums Leben. Die Angehörigen stehen unter Schock.
"Mein Sohn war so ein toller Junge, ein Geschenk Gottes, und ich, ich muss nun mit diesem riesengrossen Schmerz leben."
Aber was war der Grund für ihren Tod?
Am Silvesterabend feiern die Freunde Gustavo, Tiago, Karla und Nicolas Silvester am Strand von Santa Catarina. Eine fröhliche Nacht. Danach stärkt sich die Gruppe noch mit Hotdogs. Dann steigen sie in einen BMW, ausgeliehen von Gustavos Mutter, um eine weitere Freundin vom Busbahnhof zu holen. Unsere Reporterin in Brasilien rekonstruiert, was anschließend passiert.
"Schon auf dem Weg dahin, wurde ihnen übel. Alle vier dachten, es hätte mit dem Essen zu tun.“
Bilder von Überwachungskameras zeigen, wie die Gruppe am Busbahnhof ankommt. Die gemeinsame Freundin begrüßt.
"Sie erzählte uns, dass es ihren Freunden bereits schlecht ging, als sie ankam. Sie gingen von einer Essensvergiftung aus, und entschieden sich, mit ihrer Weiterreise erstmal zu warten."
Die vier schicken ihre Freundin zum Warten in ein Restaurant. Verbringen die Nacht selbst im BMW. Bei laufender Klimaanlage, schließlich ist in Brasilien gerade Sommer. Immer wieder verlassen sie den Wagen. Die Überwachungskameras zeigen, wie einer der jungen Männer Karla aus dem Auto herausträgt. Sie wirkt völlig benommen. Den Vieren geht es immer schlechter.
„Als die Freundin gegen 7 Uhr zu dem Auto zurückkehrte, waren ihre vier Freunde bewusstlos."
Sie ruft einen Krankenwagen, eine Sanitäterin berichtet von den dramatischen Szenen vor Ort.
"Als ich die Fahrertür des Wagens öffnete, bemerkte ich, dass alle vier Insassen bewusstlos waren. Ich und mein Team haben dann sofort alle vier Opfer aus dem Auto getragen."
45 Minuten lang werden sie reanimiert. Ohne Erfolg, alle vier sterben noch vor Ort. Die Ermittlungen der Polizei decken auf: sie starben einen leisen Tod, offenbar drang Kohlenmonoxid in das Auto, das sie schleichend vergiftete. Ohne, dass sie es merkten. War das Auto etwa manipuliert?
„Laut Polizeikommissar, wurde der Auspuff des BMW modifiziert. Und dabei ein mechanischer Fehler begangen."
Der Wagen wurde einige Wochen zuvor in einer Werkstatt getunt. Der Mechaniker pfuschte dabei offenbar. Wahrscheinlich war ein Dichtungsring defekt oder wurde falsch verbaut, weswegen das Kohlenmonoxid austrat. Auch bei laufender Klimaanlage extrem gefährlich, erklärt uns der Inhaber einer Tuning-Werkstatt.
"Das Problem ist einfach, dass das, die die Klimaanlage, die Frischluft im Grunde seitlich vom Motor ansaugt. Und deswegen ist das dann gerade, wenn wir hier die heiße Abgasseite haben und wir da irgendwie Abgase haben, die austreten dann saugt er das natürlich an und führt es dann in den Fahrgastraum zu."
Ist das auch bei uns in Deutschland möglich? Immerhin handelte es sich um ein deutsches Auto, und leidenschaftliche Tuner gibt es auch hierzulande.
"Theoretisch ist alles möglich, aber ich glaube auch, dass die Tuner oder Werkstätten hier in Deutschland schon mittlerweile sehr darauf sensibilisiert sind, dass die Umbauten vernünftig TÜV gerecht durchgeführt werden müssen"
In Brasilien gibt es diese strengen Auflagen nicht. Ob der Mechaniker für den Tod der vier jungen Menschen verantwortlich gemacht wird, ist noch unklar. Freunde und Angehörigen haben sich von ihnen inzwischen mit einer Trauerfeier verabschiedet.