"Er kam noch mal zurück. Nach wenigen Sekunden gefühlt, um mir zu sagen nächstes Mal trete ich den anderen Hund breit. Ja, ich habe so was in meinem Leben noch nicht gehört."
Der 29. August hat sich für Gisela Kummert für immer ins Gedächtnis geprägt: Sie geht im Stellinger Deckelpark mit ihren geliebten Hunden Sam und Bruni spazieren. Die Nachbarskinder wollen mit den kleinen Hunden spielen, die 74-jährige Rentnerin lässt sie von der Leine, dann geht es ganz schnell, als ein Mann mit seinem Rhodesian Ridgeback vorbeiradelt.
"Ich habe weder den Mann noch das Fahrrad, noch den Ridgeback überhaupt wahrgenommen. Nicht gesehen. Der tauchte auf. In Sekunden war die Begegnung mit dem Ridgebackmit Sam auf einer Linie, und der Ridge hat ihm so irgendwie in den Nacken gebissen. Der Fahrer fuhr sofort weiter, hat mich schwer beschimpft, weil ich die Hunde nicht an der Leine hatte."
Gisela Kummert bringt Sam in eine Tierklinik - doch der kleine Hund stirbt. Neben der Trauer um ihren Sam muss Gisela Kummert nun auch noch 4000 Euro Arztkosten begleichen. Die hätte eigentlich eine Haftpflichtversicherung zahlen müssen, die für alle Hundehalter in Hamburg Pflicht ist. Doch der Besitzer des Ridgebacks flüchtete unerkannt.
"Aber es ist einfach ganz schwer für mich, jetzt dieses Geld aufzubringen. Ich bin ganz frisch verwitwet , ich habe einen schwerkranken Sohn. Das ist eine ganz schwierige Situation für mich."
Polizei und Veterinäramt suchen nach dem Halter. Bislang ohne Erfolg.