Noch immer kann Monika nicht fassen was sich hier an ihrem Gartenzaun abgespielt hat.
"Und da hat sie praktisch mit ihrer Harke mein Handy weggeschmissen oder weggehauen. // Ich habe mich dann gedreht, weil ich wollte ja mein Telefon wieder hochheben. Und daraufhin hat sie mich mit der Harke hier hinten zweimal auf den Kopf geschlagen."
Diese Fotos sollen die unfassbare Attacke von Nachbarin Kerstin B. zeigen – mit ihrem Handy hat Monika die Eskalation festgehalten. Blutüberströmt muss die Rentnerin danach in ein Krankenhaus. Und all das ist nur der Höhepunkt eines jahrelangen Nachbarschaftsstreits.
Wir treffen Monika Hoppe in ihrem Elternhaus. Hier lebt sie seit Jahrzehnten gemeinsam mit ihrem Ehemann. Doch seit ein paar Jahren macht ihnen ihre Nachbarin Kerstin B. das Leben zur Hölle.
"Sie hat schon zehnmal jetzt Anzeige gemacht bei der Polizei. Angeblich habe ich Blumentopf geklaut. Hausfriedensbruch und Diebstahl. Mir ist das alles einfach zu viel."
Doch das alles soll frei erfunden sein erklärt uns die Rentnerin. Stattdessen soll die 58-Jährige alles daran setzen Monika und ihren Mann zu terrorisieren. Kerstin B. pöbelt, stellt Kameras auf und schraubt an der Garage ihrer Nachbarn rum. Wie weit das geht, erleben wir bei unserem Dreh selbst.
"Sie filmt uns. Will ich Ihnen auch sagen. // Wo filmt sie denn da ? Ach, dort Hallo? Können wir mit Ihnen dann auch noch mal ein bisschen sprechen? // Sie filmt //Und Sie werden immer gefilmt? Ja."
Im Oktober 2022 eskaliert die Situation dann komplett. Auslöser sind diese Bretter, die Kerstin B. am Zaun ihrer Nachbarin deponiert.
"Da habe ich die einfach nur so rübergeschoben, weil ich nicht will, dass sie an unseren Zaun kommt. Und eigentlich ist ihr Müllhaufen hier."
Das bringt für die 58-Jährige das Fass zum überlaufen. Erst soll sie den Holzhaufen von Monika umgestoßen haben und dann mit der Harke auf ihre Nachbarin losgegangen sein und sie schwer verletzt haben.
"Sie hat ja mit der Harke bei mir richtig hinten auf dem Kopf, weil vorne geht ja nicht. {zeigt Shirt} So sah ich aus."
Kerstin B. wird zu einer Geldstrafe von umgerechnet 4.000 Euro verurteilt. Doch dagegen geht sie in Berufung. Gestern kommt es dann vor dem Landgericht Dessau Roßlau zum Abschluss.
"Der Richter war heute eher auf Friedensmission unterwegs. Noch vor Prozessbeginn hat er die Kontrahenten in den Sitzungssaal gebeten und festgestellt, dass das Verfahren wohl nicht dazu geeignet ist, den Nachbarschaftskrieg zu befrieden."
Die zerstrittenen Nachbarinnen einigen sich darauf, dass Verfahren gegen eine erhöhte Schmerzensgeldzahlung von 2.000 Euro einzustellen. Eigentlich ein guter Ausgang für Kerstin B., doch ihr Schuldbewusstsein hält sich in Grenzen.
"Kann man nicht friedlich miteinander leben? // Die Tatsache ist, dass ich das nicht gemacht habe. Das bestreite ich."
Monika hingegen hofft, dass mit Ende des Prozesses jetzt auch endlich der Terror durch ihre Nachbarin aufhört. Denn wegziehen aus ihrem Elternhaus wäre für sie keine Option.