Über Abschiebungen wird hitzig diskutiert, Rechtsextreme machen Stimmung gegen Geflüchtete. Anspruch auf Schutz haben Menschen, wenn sie in ihrer Heimat politisch verfolgt werden, wenn ihnen zum Beispiel wegen ihrer Religion schwere Strafen drohen oder wenn im Herkunftsland Bürgerkrieg herrscht. Wer das nicht nachweisen kann, der muss mit einer Abschiebung rechnen. Laut Bundesregierung sind 2022 aber zwei Drittel der geplanten Abschiebungen gescheitert.
Warum ist das so? Wir haben im Landkreis Eichsfeld eine Unterkunft, in der rund 130 Geflüchtete leben, besucht und dort Doreen Keppler getroffen. Sie ist stellvertretende Leiterin der Ausländerbehörde im Landkreis. Die Flüchtlinge, die dort leben, haben Asylanträge gestellt. Sind sie nicht berechtigt, dann müssen sie zurück ihre Heimat, erklärt sie uns. Doch solche Abschiebungen würden oft scheitern. Im vergangenen Jahr im Landkreis Eichsfeld in immerhin 60 Prozent der Fälle.
Auf der anderen Seite gibt es auch Abschiebungen, die fassungslos machen. So wie im Fall von Najibullah, den seine Freunde nur Naji nennen. Wir haben vor einiger Zeit schon einmal über den jungen Mann berichtet. Sein Chef Ronny Gudde hatte uns damals, im Frühjahr 2020, geschrieben – wütend und ziemlich fassungslos. 2015 kommt Naji nach Europa, nach einiger Zeit findet er Arbeit in der Guddes Möbelmontage-Firma. Er ist engagiert im Job und beliebt bei den Kollegen. Ein junger, gut integrierter Mann, der hier arbeitet und Steuern zahlt, wird dann wie aus heiterem Himmel abgeschoben.