09. September 2014, kurz nach halb neun Uhr abends. Ein lauter Knall und eine heftige Erschütterung- kilometerweit zu hören und zu spüren! Der Grund: Eine Explosion in einer Entsorgungsfirma in Ritterhude. Innerhalb kürzester Zeit steht das ganze Gebäude in Flammen: Häuser sind zum Teil abgedeckt, Fenster zersplittert, überall liegen Trümmerteile. Ein 60-Jähriger Mitarbeiter der Firma stirbt, zwei weitere verletzen sich schwer. Zahlreiche Familien verlieren vorübergehend ihr Zuhause.
Karl-Friedrich Brust ist an dem Abend im Kino, doch sein 90-jähriger Vater ist zuhause und bekommt die Explosion im vollen Umfang mit.
Karl-Friedrich Brust
Anwohner
Mein Vater hat sich kurz vor der Explosion ins Bett gelegt. Und da, wo seine Schuhe standen, da hingen ein aufgerissene Fensterrahmen, Fensterladen und der hätte ihn erschlagen.
Die Staatsanwaltschaft Verden beginnt sofort mit den Ermittlungen. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen sind nur einige davon. Doch im Jahr 2018 stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Bis heute ist der genaue Auslöser der Katastrophe unklar. Die Bilanz der Anwohner - vernichtend!
Anita Bartel-Kockmann
Anwohnerin
Das, was mich ganz, ganz doll ärgert, ist, dass es keinen Schuldigen gibt.
Wir haben es kommen sehen, weil das konnte nicht gut gehen. Der weitete sich immer weiter aus und und und und und und. Also es war für uns eigentlich unverständlich, wie man all das, was geduldet worden ist, überhaupt dulden konnte.
Laut der Stadt Ritterhude soll die freie Fläche in Zukunft für Klein-Gewerbe und als Wohnraum genutzt werden. Für Anita Bartel-Kockmann und Karl-Friedrich Brust eine Erleichterung.
Karl-Friedrich Brust
Anwohner
Ich freue mich jeden Tag, dass die Fabrik weg ist, weil wir hätten die wahrscheinlich nicht weg gekriegt.
Sie wollen nach all dem Ärger und der Belastung nach vorne schauen - An die grüne Wiese vor ihrem Haus, könnten sie sich glatt gewöhnen.