Die spinnen ja, könnte man meinen! Vor allem sind sie aber RICHTIG mutig. So wie Seniorin Inge Bäsener hier.
"Huch, nun reicht das, nun bin ich aber fix und fertig."
Also: schnell wieder weg mit Vogelspinne Thekla. Die Krabbeltiere sind für die Rentnerin eigentlich:
"Das schlimmste, was es gibt."
"Ich wollte mir das selber mal beweisen. Man muss ja irgendwann mal was anderes machen, wo man stolz sein kann drauf."
Genau darum geht's für sie und die übrigen Bewohner des Senioren- und Therapiezentrums Barsbüttel. Etwas Neues erleben im Heim-Alltag. Die Tier-
"Party, Party, Party"
bietet Tier-Trainer André Weseloh hier einmal im Monat an - und das seit fünf Jahren. Hunde und Katzen werden kaum noch nachgefragt, sagt er.
Absolutes Highlight im Senioren-Stuhlkreis: der 13-jährige Weißhauben-Kakadu Sammy.
"Herrlich, richtig vertraut ist das!"
"Gut, ja angenehm. Aber ein bisschen frech, er wollte beißen."
Ein echter Spaßvogel eben. Ganz lieb hingegen ist Boa Constrictor Lilly. Für die mehr als zwei Meter lange Würgeschlange gibt es von Bewohnerin Gerda Hachmann sogar ein Küsschen.
Zumindest fast.
"Die fühlt sich gut an. Warm und glatt. Und du tust mir ja auch nichts, nein."
"Ja, ich mag Viecher."
Und die haben einen ganz besonderen Effekt auf die Bewohner. Sie sind ein echter Türöffner und helfen vor allem denen, denen es mal nicht so gut geht.
„Es hebt die Laune. Die Leute haben nicht so viele depressive Phasen wie vorher. Tiere werten ja auch nicht. Ein Tier sagt nicht: Ich will nicht zu dir. Tiere sind für jeden wichtig, der keinen Menschen an der Seite hat.“
Kuscheleinheiten wie hier von der erst ein halbes Jahr alten Stinktierdame Emma tun dann so richtig gut. Ihr Geruch wird da zur Nebensache. Kein Wunder bei diesen süßen Knopfaugen. Abschied muss trotzdem sein, denn beim nächsten Mal bringt André Weseloh wieder andere Tiere mit. Doch auch dann stehen Inge Bäsener und die anderen Bewohner ganz bestimmt wieder Schlange.