Drei Jahre lang war Martin Baden bei Unter uns dabei. Seine Rolle Nils Hoffmann hatte eine schwere Kindheit, wurde oft vom Vater verprügelt und wird als Erwachsener seiner Freundin gegenüber selbst handgreiflich. Martin, der damals frisch von der Schauspielschule kam, eine Rolle mit großer Herausforderung, der er unbedingt gerecht werden wollte. Doch viele Zuschauer konnten Martin und seine Rolle Nils nicht auseinanderhalten.
Der Charakter, den ich gespielt habe, der hat seine Freundin geschlagen vor der Kamera. Ja, und dementsprechend habe ich Nachrichten bekommen. Boah ey, du Arschloch. Du Aggro. Und wenn man deine Fresse schon sieht, da könnte man nur noch reinschlagen. Solche Nachrichten habe ich bekommen.
Die Nachrichten lassen Martin nicht kalt, er sei voll mit Schuld und Schamgefühlen gewesen. Das hat auch körperliche Folgen.
Ja, das würde diese ganze Kombination von diesen ganzen Einflüssen, die da auf mich eingeprasselt sind, führte in meinem Fall zu zu Erektionsstörungen. Ja, und da begann dann die die Odyssee. Was stimmt mit mir nicht? Der Glaubenssatz entwickelte sich dann Mit mir stimmt irgendwas nicht irgendwie. Mein Körper funktioniert nicht mehr so, wie er funktioniert hat. Und ja, dann war einfach über mehr als zehn Jahre lang jetzt der Fokus darauf.
Martin erlebt Panikattacken, kann nicht mehr Zugfahren oder Einkaufen und landet als Notfallpatient in einer psychosomatischen Klinik. Dort kann ihm mit Medikamenten geholfen werden. Zwar hätte er gerne auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet, doch im Nachhinein weiß Martin, dass ihm genau dass das Leben gerettet hat. Und heute kann er stolz sagen, dass er mittlerweile seit vier Monaten keine Medikamente mehr nehmen muss.