So schnell lässt Aura ihren Bruder nicht mehr los. Nach 52 Jahren sehen sie sich endlich wieder. Aura ist 4 Jahre alt, lebt mit ihren Eltern und Bruder in Kolumbiens Hauptstadt Bogota. Sie ging zum Laden an der Ecke, um einen Keks zu kaufen. Da kam auf einmal eine Frau, groß, dünn, mit langen dunklen Haaren und hat sie in einen Bus gesetzt. Die Vierjährige fährt alleine bis zur Endstation - fünfeinhalb Stunden von Bogota entfernt. Dort strandet sie. Eine fremde Familie nimmt das Mädchen bei sich auf und nennt es Gina. Ihre richtigen Eltern suchen bis zu ihrem Tod verzweifelt nach ihr. Immer wenn sie hörten, dass es ein vermisstes Mädchen gäbe, sind sie hingereist. Vor kurzem hört ein Politiker von Auras Geschichte und startet auf Social Media einen Aufruf. Der erreicht auch Bruder Fidencio. Auf einem Foto erkennt er Aura. Jetzt sind die Geschwister wieder vereint und konnten mittlerweile auch rekonstruieren, wer Auras Entführerin war: Eine Frau, die mit ihrem Vater zusammen sein wollte. Weil er sie abwies, wollte sie sich an ihm rächen. Das alles wollen Aura und ihre Familie jetzt hinter sich lassen. Unglücklich waren sie ja schließlich lang genug.