Lio hat ein wahres Pokerface und ich kann nicht immer sofort erkennen, wie es ihm geht. In der Vergangenheit hatte er regelmäßig Probleme mit der Blase. Eine KI soll mir jetzt helfen, meinen Kater besser zu verstehen. Unsere RTL-Reporterin: „Ich bin ne Katzenbesitzerin, die sich doch eher viele Sorgen macht. Dabei verliere ich mich oft in dubiosen Katzenforen – und komme nicht wirklich weiter. Das Programm könnte für mich also echt hilfreich sein." Die künstliche Intelligenz soll anhand von Augen-, Ohren- oder Schnurrhaar-Position erkennen, wie es dem Tier geht. Das Tool läuft klassisch über den Internetbrowser. Dann einfach E-Mail, Geburtsdatum der Katze und Passwort eingeben. Kurz bestätigen - und es kann losgehen. Ich fotografiere Lio in verschiedenen Situationen... Aber wie soll ein technisches Tool erkennen, wie es einem lebendigen Tier geht? Professor Kazuya Edamura aus Japan hat CatsMe! mitentwickelt. Mit rund 6.000 Katzenbildern hat er die künstliche Intelligenz trainiert. Kazuya Edamura, Professor für Tiermedizin an der Nihon-Universität: „Wir haben den Gesichtsausdruck der Katzen, die Schmerzen zeigen, bewertet. Die KI in der Software kann feststellen, inwieweit der aktuelle Gesichtsausdruck der Katze mit den bewerteten Gesichtern übereinstimmt. Wir haben bereits Fallberichte von Katzen, die tatsächlich Schmerzen hatten – das konnten wir der Software als Feedback geben. Deshalb ist die KI zu mehr als 95 Prozent genau." Das probiere ich mit Kater Lio aus. Als neuer User gibt’s erstmal ne gratis Testversion. Danach kostet das Tool umgerechnet knapp 3 Euro im Monat. Foto auswählen, hochladen und...: Unsere RTL Reporterin: „Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ich hab hier direkt das erste Bild von ihm genommen und ich find da sieht er noch recht entspannt aus. Aber die KI sagt er hat mittlere Schmerzen." Ich versuche es nochmal, wenn Lio entspannter ist – nach einer kleinen Stärkung... ab ins Körbchen. Unsere RTL-Reporterin: „Mich würde es wirklich wundern, wenn die KI jetzt sagt, dass er Schmerzen hat. Aber das checken wir mal direkt. Und: Tatsächlich! Keine Schmerzen… alles im grünen Bereich." Ich will das Programm nochmal auf die Probe stellen. Dieses Bild zeigt Lio vor drei Jahren, als er eine Blasenentzündung hatte – erkennt die KI sein Schmerzgesicht? Und – Treffer: Mittlere Schmerzen. Was hält Tierärztin Tanja Pollmüller von dem Tool? Bei meinen Bildern von Lio erkennt sie einen entscheidenden Fehler… Ich habe das Foto im falschen Winkel geschossen. Doc Polly: „Also du brauchst wirklich in dem Augenblick ein Foto von ganz frontal, dass er die Ohren richtig ausmessen kann und wo die Augen auf sind." Das Tier also am besten nur im entspannten Zustand fotografieren. Obwohl das Programm noch fehleranfällig ist, bleibt Doc Polly zuversichtlich. Doc Polly: „Ich finde die Entwicklung mit der KI großartig, weil sie auf eine Thematik sensibilisiert, die seit Jahren völlig nachlässig behandelt wird. Und zwar die Schmerzhaftigkeit der Tiere, die unverdeckt zu Hause ist, weil Tiere nicht sprechen können und still leiden." Die neue Technologie scheint also eine sinnvolle Ergänzung zum jährlichen Tierarztbesuch zu sein, um sich zwischendurch mal abzusichern. Und letztendlich kennt doch jeder sein eigenes Tier hoffentlich immer noch besser als jede KI.