Ein Bleaching-Set, ein IP-Laser, eine Infrarot-Maske, ein Muttermal Entferner und ein Zahnreinigungsgerät. Diese fünf Geräte geben vor, einen Besuch bei Fachleuten zu ersetzen. Doch auf einige Produkte reagieren unsere Expertinnen sehr deutlich.
Dermatologin: „Das ist gruselig, dass sowas verkauft wird.“
Zahnärztin: „Das kann ich auf gar keinen Fall absegnen für zuhause, das geht gar nicht.“
Welche Geräte so ein Urteil verdient haben – gleich.
Unsere Testerin Jana trinkt gern Kaffee und Tee und hofft auf weißere Zähne. Sibel möchte glatte Haut für den Sommer. Gabriela möchte ihre Fältchen loswerden.
Jama: „Ich habe so einen Gua Sha Stein, mit dem man hier schiebt und tut und so einen Rosenquarzroller, ja leider fehlt mir die Konsequenz da dranzubleiben.“
„Preislich der Vorteil ist, dass ich nur einmal zahlen muss, für das Gerät.“
Unterstützung holen wir uns von den Profis: Zahnärztin Samaneh Salehipour und Dermatologin Simone Vogel.
Dahin geht es jetzt für Sibel und Gabriela.
Das erste Gerät, ist die LED-Brille gegen Augenringe und Falten, für 50 Euro. Diese verspricht die Kollagenproduktion anzuregen und Krähenfüße und Fältchen zu bekämpfen.
Vogel: „Bei rotem Licht ist es so, das ist ziemlich gut erforscht, da weiß man, dass es tatsächlich positive Effekte hat. Jetzt ist es so, dass ich hier auf dem Gerät aber nicht allzu viele Informationen finde über die Wellenlänge des Lichtes, das da ganz gezielt abgegeben wird.“
Die Wellenlänge muss zwischen 780 Nanometer und 1 Millimeter lang sein, um Infrarot genannt zu werden.
Die LED’s sind im Bereich der Schläfen und Stirn verbaut und das Rote Licht soll die Durchblutung anregen und positive Effekte des Hautbildes hervorrufen.
Gabriele: „Es fühlt sich gut an, es drückt nichts, das rote Licht ist auch angenehm.“
Vogel: „Die Haut sollte gereinigt sein, es sollten keine öligen Rückstände auf der Haut sein, weil dann weiß man nicht, wie das mit dem Licht in der Kombination reagiert.“
Die Maske soll zweimal wöchentlich, je 10 Minuten benutzt werden. Um zu sehen, welche Effekte die Rotlichttherapie hat, wird Gabrieles Gesicht mit einer speziellen 3-D-Kamera fotografiert und so Faltentiefe und Anzahl gemessen.
Das nächste Gerät: Ein Haarentfernungs-Laser. Das sogenannte IPL kostet 60 Euro und verspricht eine dauerhafte, schmerzlose Haarentfernung durch Lichtimpulse.
Mit dabei eine Schutzbrille und ein Einweg-Rasierer.
Vogel: „Im Moment sind sie sehr hell von der Haut, was eine ganz gute Kombination ist, weil es ist tatsächlich so, dass es am besten funktioniert, wenn Ihre Haut heller ist und die Haare relativ dunkel sind.“
IPL steht für intensiv pulsierendes Licht.
Die Hautpartie muss rasiert sein, da das Licht das Pigment, also die Farbe, des Haar-Follikels ansteuert und die Haarwurzel damit deaktiviert.
Je größer die Wellenlänge, desto tiefer dringt sie in die Haut ein.
WICHTIG: Die Augen sollten vor den Lichtimpulsen geschützt sein.
Vogel: „Wenn Sie auf so ein Muttermal jetzt diese IPL anwenden, dann könnte da eine Verbrennung entstehen."
Schon nach vier Wochen soll der Haarwuchs vermindert werden. Sibel nimmt uns per Videotagebuch mit.
Ein weiteres Gerät, das bei Social Media beworben wird, ist ein Muttermal-Entferner für 30 Euro. Doch schon beim ersten Blick wird klar:
Vogel: „Es riecht auch sehr verbrannt, das können Sie zuhause nicht riechen, das müssen Sie mir glauben. Das kann ich auf gar keinen Fall irgendwie absegnen für zu Hause, das geht gar nicht.“
Unsere dritte Testerin Jana möchte strahlend weiße Zähne: Im ersten Schritt mithilfe eines Zahnsteinentferners für 40 Euro.
Salehipour: „Dafür wir ein medizinischer Fachangestellter drei Jahre lang ausgebildet, damit man damit arbeiten darf. Ich würde das für die häusliche Anwendung gar nicht empfehlen. Ich finde solche Instrumente sind wirklich. Das ist gruselig, dass sowas verkauft wird.“
Jana probiert lieber das Bleaching-Set für 40 € inkl. Zahnbürste, Aktivkohle und Bleaching-Gel mit Mundstück aus. Versprochen wird eine deutliche Aufhellung.
Die Zahnärztin will sich aber erstmal einen Überblick vom Ist-Zustand machen.
Salehipour: „Aktivkohle, bin ich auch kein großer Fan von, weil Aktivkohle leider ein Effekt wie Schmierpapier oder Sandpapier hat. Sodass die Oberfläche nicht glatt, sondern etwas uneben wird und langfristig sich Farbpartikel eher aufsetzen, sodass man schneller Verfärbungen bekommt. Zwei Wochen ja, es geht primär um Patienten, die jeden Tag Aktivkohle Zahnpaste benutzen. Ja.“
Das Bleaching-Set lässt sich aber auch ohne Aktivkohle anwenden. Für uns macht sie es trotzdem und trägt danach das Bleaching-Gel auf die Zähne auf und setzt für 15 min das Mundstück ein.
Für unsere Testerinnen beginnt die 2 beziehungsweise 4-wöchige Testphase.
„So, auf geht’s“
"Was ich merke, ist, dass sich die Zähne sauberer anfühlen, so wie abgeschliffen. Ich verzichte auch auf Kaffee weitestgehend.“
„Bevor es mit dem Lasern anfangen kann, muss ich diese Klebedinger auftragen auf die kleinen Muttermale, das nimmt viel Zeit in Anspruch“
„So mein Ergebnis nach 10 Tagen Bleaching, ich bin sehr zufrieden muss ich sagen.“
Nach vier Wochen ist es endlich so weit, wir finden heraus, ob sich die Geräte bewährt haben.
Sibel erkennt nur eine kleine Verbesserung.
Sibel: „Es wächst schon noch nach, aber es dauert viel, viel länger als vorher bis es nachgewachsen sind.“
Vogel: "Das ist ja gar nicht schlecht, muss man ganz ehrlich sagen, zumindest, dass das Haarwachstum verlangsamt hat. Es ist eher so, dass Sie noch eine Zeit weiter machen müssten, bis gar keine Haare mehr nachkommen für eine gewisse Zeit zumindest.“
Gabriele denkt dagegen, dass sich durchs Infrarotlicht nichts verändert hat
Gabriele: „Also ich sehe jetzt keine große Veränderung, aber zumindest die 10 Minuten zu sitzen und nichts zu tun, das war schon immer so ein angenehmer Tagespunkt.“
Tatsächlich sind die Falten von Gabriele im Vergleich zu vor vier Wochen weniger tief. Die tiefen, roten Linien, sind nun gelb und damit oberflächlicher geworden.
Vogel: „Wenn Sie das regelmäßig anwenden, am Ball bleiben, sich immer gut pflegen, dann denke ich, dass Sie diesen Zustand realistisch beibehalten können.“
Bei Jana hat das Bleaching aber nicht den gewünschten Erfolg gehabt.
Salehipour: „Sie hatten vor zwei Wochen A2-A3, das ist ein Mischton, den wir festgestellt haben und das ist leider auch so geblieben.“
Beautyprodukte aus dem Netz sind nicht per se schlecht.
Dennoch sollte man die Behandlungen vorher mit seinem Arzt besprechen. Und bei UNGLAUBLICHEN Versprechen, die rosarote Brille am bestens absetzen.