Ich bin mal wieder auf der Jagd nach Betrügern – doch diesmal geht es nicht um die Liebesbetrüger selbst, sondern um ihre Geldwäscherinnen. Tatkräftig unterstützt werde ich dabei von Kiki vom Verein der Romance-Scambaiter.
Und zum Team gehört auch Monika Sturm. Sie ist vor drei Jahren Opfer eines Mannes und seiner Geldwäscherinnen geworden. Heute möchte sie die Täterinnen stellen.
Unsere Recherchen führen uns unter anderem auch in die Nähe von Aachen. Heidi S. erwartet ein Paket mit 30.000 Euro. Doch anstelle des Postboten klingele ich an ihrer Tür.
Die Frau schließt die Tür. Doch nach wenigen Minuten öffnet sie sich wieder. Heidi S. möchte nun doch mit uns sprechen.
Nach gut 20 Minuten ist das Gespräch beendet. Monika Sturm und Kiki hatten die Möglichkeit, mit der Frau zu sprechen. Doch von Einsicht keine Spur.
Monika Sturm weiß, von was sie spricht. Sie wurde das Opfer eines Liebesbetrügers. Zu Beginn meiner Dreharbeiten habe ich sie kennengelernt. Der Name und auch ihr Aussehen sind verändert. Sie hat lange überlegt ihre Geschichte zu erzählen, denn ur ihre Kinder wissen davon. Ein Liebesbetrüger schleicht sich in Monikas Leben. Er gaukelt ihr die große Liebe vor. Die Witwe fällt darauf herein.
10.000 Euro hat Monika Sturm in zwei Raten an eine Person, die sich Gulfras Henderson nennt, überwiesen. Das es sich um Liebesbetrüger handelt, weiß sie da noch nicht. Sie ist zwar skeptisch und zögert, doch am Ende zahlt sie. Sie fühlt sie sich auch deshalb sicher, weil sie das Geld auf ein deutsches Konto überweist. Liebesbetrüger, so glaubt sie damals, sitzen nur im Ausland.
Die Konten, auf die Monika Sturm das Geld überwiesen hat, sind längst gelöscht. Beim Thema Liebesbetrüger arbeite ich schon seit vielen Jahren mit dem Opfer-Verein Romance-Scambaiter zusammen. Gemeinsam mit Kiki, deren Namen ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen möchte, stoße ich bei meinen Recherchen auf rund 40 neue derzeit aktive Geldwäscherinnen und ihre Konten. Aus Erfahrung wissen wir - dies ist nur die Spitze des Eisberges.
Die Geldwäscherin aus dem Raum Aachen steht mit auf unserer Liste. Bei unserem Besuch versuchten wir die Frau von einer Selbstanzeige zu überzeugen. Dies hätte sich strafmildernd für sie ausgewirkt.
Dann fahren wir nach Köln. Seit Wochen stehen wir mit einem Scammer Namens Dominik in Kontakt. Es ist ein Liebesbetrüger und er glaubt, dass wir auf seine Lügen hereingefallen sind. Heute sollen wir 30.000 Euro an eine Geldwäscherin übergeben. Mit versteckten Kameras filmen wir den Platz. Die Frau nennt sich Margareta M.. Im Vorfeld hat sie uns in einer SMS ihr Äußeres beschrieben. Die auffällig weiße Jacke, sticht uns sofort ins Auge. Ruhig setzt sie sich an den Platz von Kiki, alias Christine.
Um sich später bei der Polizei nicht herausreden zu können, spricht Kiki die Geldwäscherin direkt auf das Geld und dessen Weiterleitung an.
Er meldet sich per App. Das heißt, er kontaktiert mich. Wir reden miteinander und er gibt mir die weiteren Hinweise, wie ich das Geld zu transferieren habe. Ich habe das schon öfters gemacht.
Kiki reicht ihr die Tasche mit dem vermeintlichen Geldpaket. Die Frau steckt es sich in ihren Rucksack. Als Margareta M. aufsteht, ist es Zeit für mich einzuschreiten.
Aber ich habe… Ich weiß es nicht. Wieso Geldwäsche? Sie können mich doch nicht als Geldwäscherin bezeichnen.
Monika Sturm fehlen etwas die Worte. Das kann ich gut verstehen. Dann behauptet die Geldwäscherin auch noch, dass sie das Geld eigentlich gar nicht an den Scammer weiterleiten wollte.
„Ich wollte das Geld in Wirklichkeit nicht weitertransferieren. Ich hätte entsprechend selber gehandelt, denn ich habe keine Lust, mich selbst in Schwierigkeiten zu bringen.“
„Was ich gemacht hätte? Ich hätte selbst bei der Polizei angerufen und hätte gesagt, gucken Sie, helfen Sie mir jetzt. Das und das werden die Sachen dann überprüft.“
„Ehrlich gesagt, glaube auch ich der Frau kein Wort. Zumal sie kurz zuvor ja noch erklärte, dass sie solche Geldübergaben schon häufiger gemacht habe.“
Dann gehen wir mit der Frau zur mobilen Station der Bundespolizei. Sie befindet sich in Sichtweite des Tatort. Am Ende bekommt die Geldwäscherin eine Strafanzeige und Kölner Kriminalpolizei hat jetzt den Fall übernommen.
Unglaublich, ist vermutlich das richtige Wort dafür. Unser Ziel, die beiden Geldwäscherinnen zu überführen, haben wir erreicht. Die Liste mit allen anderen Bankkonten haben wir ebenfalls an die Behörden weitergeleitet.