Scheinbar völlig unbekümmert gehen hier Einbrecher vor. Aufgenommen von einer Überwachungskamera, in einer Finca auf Mallorca. Es sind Bilder, die einem Angst einjagen. Denn die Eindringlinge lassen sich nicht davon abschrecken, dass die Urlauber in ihren Häusern anwesend sind. Ohne Hektik gehen die Diebe vor und klauen deren Habseligkeit.
Dustin Dietsch ist genau das passiert. Der 32-jährige hat mich eingeladen, um von seinen erschreckenden Urlaubserfahrungen zu berichten. Mit 9 Freunden hatte er einen entspannten Urlaub auf Mallorca geplant. Doch schon während der Willkommensfeier gab es eine böse Überraschung.
Dustin Dietsch: Irgendwann sagt ein Kollege … Sachen sind weg.
Neben der Tasche fehlten auch Bargeld, Kopfhörer und einige Handys. Eines der Geräte konnten sie tatsächlich über das Internet orten und folgten sofort der Spur. Doch das Signal ging schließlich verloren. Als sie zurück in ihre Finca kamen, folgte der nächste Schreck.
Dustin Dietsch: Ich habe eine große Box … alles, was man greifen konnte.
Obwohl abermals die Hälfte der Reisegruppe noch am Haus war, sind die Diebe erneut eingestiegen. Zudem konnten sie keinerlei Einbruchsspuren finden. Nach diesem Vorfall waren sie extrem vorsichtig. Und Trotzdem: Als in der letzten Nacht alle schliefen, folgte der dreiste Höhepunkt.
Dustin Dietsch: Die waren nochmal da … nicht mehr rausgehen zusammen.
20.000 Euro Wertverlust kamen in Summe zusammen.
Ich mache mich auf den Weg, um mir vor Ort einen Eindruck zu machen. Dustin Dietsch wurde scheinbar von routinierten Verbrechern ausgeraubt. Kein Einzelfall, wie aktuelle Schlagzeilen zeigen.
„Einbruchswelle auf Mallorca.“
„Während die Bewohner schliefen“
„Polizei nimmt Einbrecherbande fest“
Immer wieder ist es so … im Haus befinden.
Zunächst habe ich nur eine Spur. Ich suche die Villa, in der Dustin Dietsch und seine Freunde ausgeraubt wurden, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt anwesend waren.
Nur eine Straße weiter … die ausgeraubt wurde.
Das Ferienhaus, das innerhalb von acht Tagen angeblich gleich drei Mal ausgeraubt wurde, liegt noch nicht einmal versteckt. Mitten an der Hauptstraße. Mitten in einem belebten Wohnviertel.
In der Finka ist jetzt … ausspähen konnten.
Ich wollte mich selbst in die Finka einmieten, doch diese ist über die nächsten Monate komplett ausgebucht. Deshalb will ich als erstes die derzeitigen Mieter vor den Einbrechern warnen. Zunächst aber treffe ich hier nur einen Mitarbeiter. Ich gebe vor meine Freunde treffen zu wollen.
André und Reinigungsdienst
Es ist gerade keiner hier.
Ah Danke.
Tatsächlich sind aktuell keine Urlauber anwesend. Dafür entdecke ich Kameras und Warnschilder, die Einbrecher eigentlich abschrecken sollten. Die hohen Zäune wirken auf mich zunächst unüberwindbar, doch dann entdecke ich eine Schwachstelle.
Eines ist mir relativ deutlich … ins Innere gelangen können.
Wenn dieses Mietobjekt tatsächlich schon öfter zum Tatort geworden sein sollte, dann müsste sich das in der Nachbarschaft rumgesprochen haben. Andere Touristen aber, gibt es hier nicht. Die Anwohner sind einheimische Mallorciner und haben von Einbrüchen angeblich nichts mitbekommen. Ich komme vor Ort nicht weiter.
Deshalb will ich sowohl mit dem Vermieter, als auch mit der Polizei sprechen. Bis heute aber bleiben alle meine Kontaktversuche unbeantwortet. Meldungen über Einbrecher sind für den Tourismus natürlich nicht förderlich. Im Netz aber finde ich einen Mann, der das Schweigen bricht. Er lebt sechs Monate im Jahr in einer deutschen Siedlung in Mallorcas Süden. Stephané Hennig gilt als Sprachrohr der kleinen Gemeinde.
Stephané Hennig: Ist es wirklich so, dass … und das Thema ist erledigt.
Und die Anwohner erzählen ihm nicht nur von den Einbrüchen: In den letzten Wochen haben sie ihm sogar immer wieder die erschreckenden Beweise zugespielt.
Stephané Hennig: Das ist es jetzt was … ganz entspannt reinmarschiert.
Stephané Hennig erhofft sich durch die Veröffentlichung dieser Bilder, dass endlich Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Denn aktuell fühlt er sich von den Behörden im Stich gelassen.
Stephané Hennig: das uns am meisten ärgert … ohne großen Aufwand.
Mit welchen Konzepten die Polizei künftig Einbrüche verhindern will, dazu habe ich mehrfach um Interviews gebeten. Seitens der Behörden antwortet man mir jedoch nur knapp:
„Guten Tag, ein Interview können wir nicht genehmigen. Alles Gute.“
Dafür lassen sie kurz darauf Taten sprechen. Ein Zusammenschluss aus lokaler und nationaler Polizei
glänzt kurz nach meiner Reise mit Ermittlungserfolgen.
„Polizisten gegen Einbrecher-Clans – ganzes Viertel abgeriegelt“
„Polizei fasst Einrecher-Bande mit Luxusbeute“
„Guardia Civil nimmt Bande auf Mallorca fest“
Ein gewaltiger Schlag gegen das organisierte Verbrechen, damit sich Urlauber wie Dustin Dietsch künftig wieder sorglos erholen können.
Die Reisegruppe ist aktuell in Kontakt mit ihrer Versicherung, damit sie zumindest den Wertverlust ersetzt bekommen.