Bleiben oder nicht? Für internationale Unternehmen in Russland eine moralische wie wirtschaftliche Frage. Viele haben sich im Zuge der westlichen Sanktionen ganz oder teilweise zurückgezogen.
Eine Analyse der Kiew School of Economics zusammen mit dem Organisationsbündnis B4Ukraine zeigt jetzt aber:
Gerade DEUTSCHE Betriebe machen weiter Geschäfte in Russland - sind dort nach US-Unternehmen die größten ausländischen Steuerzahler!
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Von ursprünglich 371 seien noch 262 deutschen Unternehmen in Russland vertreten - also rund 70 Prozent.
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Vergangenes Jahr sollen sie dort umgerechnet rund 23 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und auf ihre Gewinne gut 400 Millionen Dollar an Steuern abgeführt haben. Geld für Putins Kriegskasse.
Zum Vergleich: US-Unternehmen machten laut der Analyse sogar fast doppelt so viel Umsatz in Russland und zahlten über 700 Millionen Dollar Gewinnsteuer.
Verboten sind die Geschäfte nicht.
OT Friedrich Gebert, Rechtsanwalt
"Es gibt kein Totalverbot, in Russland tätig zu sein. Und gerade so Kategorien wie Nahrungsmittel Stichwort Metro oder Medizin sind natürlich nicht sanktioniert. Das kann weiter exportiert werden. Es ist also so aus rein rechtlicher Sicht völlig legal, das in Russland weiter zu machen. Die Frage ist nur Imageproblem, ob man das haben will oder nicht."
Metro, der heute umsatzstärkste deutsche Konzern in Russland, verweist wie andere auf seine soziale Verantwortung und erklärt:
ZITAT
Unser Geschäftsbetrieb in Russland, das heißt der Handel mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs, entspricht vollumfänglich den Erfordernissen der EU-Sanktionen."
Hinzu kommt, dass ein Abzug oftmals nicht einfach ist. Die russische Regierung wirft Großkonzernen rechtliche Hürden in den Weg. So konnte etwa VW lange Zeit sein Werk in Kaluga nicht ohne staatliche Genehmigung verkaufen - und blieb so länger als gewollt.