Wenn auf eins Verlass ist: Dann darauf, dass zumindest der Streik pünktlich beginnt. Seit 2 Uhr diese Nacht fährt wie hier am Hamburger Hauptbahnhof gerade mal noch ein Fünftel der Fernzüge. Die Reisenden bleiben wieder mal auf der Strecke.
"Horror!"
"Ich finde das nicht mehr witzig."
"Ja langsam endet mein Verständnis."
Die Deutsche Bahn hatte zuvor versucht, den Streik noch gerichtlich zu stoppen. Ohne Erfolg. Die Lokführergewerkschaft GDL kann am Abend jubeln:
Thomas Gelling, Sprecher Lokführergewerkschaft GDL:
"Das Arbeitsgericht Frankfurt hat entschieden, dass unsere Streiks rechtmäßig sind. Sie sind verhältnismäßig und sie sind geeignet, um diesen Tarifkonflikt zu lösen."
Die meisten Bahnkunden dürften DAS bezweifeln, schließlich sind sie seit fast EINEM JAHR immer wieder Streiks ausgesetzt. GDL-Chef Weselsky will bei der 35-Stunden-Woche keine Kompromisse machen. Die Bahn habe sich dagegen deutlich bewegt, sagt Konzernsprecher Stauß am Abend bei RTL Direkt.
Achim Stauß, Sprecher Deutsche Bahn:
"Man muss sich schon fragen, warum eine Gewerkschaft, die von 38 auf 35 will, nicht, wenn sie 36 haben könnte, warum die dann noch das ganze Land lahmlegt und die Wirtschaft gefährdet und die Reisepläne von Millionen Deutschen durcheinanderbringt. Das ist nicht verhältnismäßig, das ist stur."
Die Deutsche Bahn geht gegen das Urteil des Arbeitsgerichts in Berufung - aber erst heute Mittag wird darüber verhandelt. Zu spät also für die Millionen Reisenden.