Das ist die angebliche Paula. Die Horrorstory hinter dem Vermissten-Aufruf im Internet: Die Siebenjährige wird entführt. Eine Überwachungskamera filmt den Täter. Wer das Video sehen will, um ihn vielleicht zu erkennen, muss auf einen Link klicken, dann seine Facebook-
Zugangsdaten eingeben. Was dann passierte, später. Erst fragen wir in Köln Passanten: haben Sie schon von dem Fake-Fall gehört? Und: würden Sie den Gaunern auf den Leim gehen?
Fußgänger:
"Ja, habe ich schon gesehen. Aber auf so was klicke ich nicht."
"Ja, so öfters, wenn so ein Link da ist, wo Kinder vermisst werden, klicke ich drauf. Bin ich ganz ehrlich"
"Sobald jemand interne Sachen haben möchte und darauf rumreitet, egal auf welcher Schiene, dann wissen sie schon ganz genau Aha, da will mein Geld."
Doch nicht jeder ist so vernünftig, vor allem wenn er vom Schicksal der angeblichn Paula emotional gefangen ist.
Andreas Greuel, Leiter RTL-Verifikationteam: "Das heißt gerade hier in dem Fall ein junges siebenjähriges Mädchen, das vermisst ist, also Personen, die besonders schutzbedürftig sind. Da spielen meine Emotionen natürlich total verrückt und da lasse ich ganz viele Sachen außer Acht. In dem Moment werde ich unvorsichtig und genau mit dieser Unvorsichtigkeit wird eben gespielt und gerechnet, dass Leute dann in diese Betrugsfalle hineinlaufen."
Und die Gauner, die diese Falle gestellt haben, können sich dann über die preisgegenenen Daten freuen.
Andreas Greuel, Leiter RTL-Verifikationteam: "Das erste, was passiert, ist, dass die Person sich in dem entsprechenden Netzwerk natürlich anmelden können und alle Informationen, die ich von mir geteilt habe in dem Netzwerk, also auch in den Einstellungen, in den persönlichen Daten, die sind dann natürlich frei ersichtlich. Die kann ich mir natürlich alle speichern und abgreifen und kann dann erstmal innerhalb des Netzwerkes walten und schalten, wie ich eben möchte."
Darüberhinaus benutzen viele Menschen ähnliche Passwörter auf unterschiedlichen Seiten, kombiniert mit der gleiche E-Mail-Adresse.
Andreas Greuel, Leiter RTL-Verifikationteam: "Das heißt auf gut Glück können die Betrüger dann direkt mal raussuchen. Vielleicht schaffe ich es ja noch in anderen sozialen Netzwerken oder bei anderen Informationen. Das heißt im schlimmsten Fall Identitätsdiebstahl. Im schlimmsten Fall können Leute weitere Daten abgreifen. Im schlimmsten Fall habe ich sogar Zahlungsdaten hinterlegt."
Und dann kann es richtig teuer werden. Der beste Schutz gegen solche Phisching-Attacken ist: der Internet-User selbst.
Andreas Greuel, Leiter RTL-Verifikationteam: "Wenn ich mir das gewahr mache die ganze Zeit, dass mögliche Links, die mir geschickt werden, egal ob auf einer sozialen Plattform oder aber per Email. Wichtig ist zu sehen: wer ist der Absender, Wer sind mögliche Absender? Kenne ich die? Sind mir die bekannt? Wer ist meine Quelle? Und wenn ich da schon das Gefühl habe, das kann doch eigentlich gar nicht sein, dass die mir eine Email schicken, oder warum sollte ich hier meine Login Daten eingeben? Dann bin ich eigentlich auf der sicheren Seite.
Übrigens: hinter dem Bild, das einen Screenshot des angeblichen Videos mit Paulas Entführer zeigen soll, steckt in Wirklichkeit das: eine Aufnahme von 2017 aus Indien.