Bis tief in die Nacht schlagen Bewohner Valencias mit Kochlöffeln auf Töpfe - eine traditionelle spanische Art des Protests. Sie sind unzufrieden damit, wie Behörden und Regierung mit der Flutkatastrophe umgehen. Zu spät seien sie gewarnt worden.
Das muss sich auch König Felipe gestern anhören. Er kommt mit Königin Letizia nach Paiporta, um Trost zu spenden. "Man wusste alles vorher, aber niemand hat etwas getan!", klagen diese Jungen. Die aufgebrachte Menge wirft mit Schlamm, trifft Letizia im Gesicht. Andere Gegenstände führen zu Platzwunden.
"Mörder!", rufen sie. Wenig später äußert sich das Paar:
Felipe VI., König von Spanien: "Wir müssen die Wut und Enttäuschung der Menschen verstehen, weil ihnen Schlimmes widerfahren ist. Aber wir müssen ihnen auch Hoffnung geben und garantieren, dass der Staat in seiner ganzen Fülle präsent ist.
Fast eine Woche lang waren die Bewohner hier vollkommen auf sich allein gestellt. Mittlerweile sind tausende Soldaten, Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz - 10.000 weitere sollen noch hinzukommen. Vor allem die Suche nach Vermissten in Tunneln und überfluteten Tiefgaragen gestaltet sich schwierig. Mindestens 217 Leichen hat man bislang geborgen - Helfer befürchten, es können noch viele dazukommen. Und der spanische Wetterdienst warnt jetzt sogar vor weiteren sehr heftigen Unwettern.