Dashcams sind nützliche Zeugen bei Unfällen, um die Schuldfrage zu klären. Generell sind sie in Deutschland erlaubt, aber ihre falsche Nutzung kann zu einer Ordnungswidrigkeit führen. In solchen Fällen fragt sich: Werden sie als Beweismittel vor Gericht akzeptiert?
Um diese Frage zu klären, suche ich rechtlichen Rat von Verkehrsrechtler Frank Preidel. Schon während einer kurzen Fahrt passiert ein typisches Überholmanöver, bei dem eine Aufzeichnung hilfreich wäre.
Die Dashcam könnte hier tatsächlich nützlich sein, oder? Falls Sie einen Bus überholen und ein Kind unerwartet auf die Straße läuft, kann die Dashcam den Unfallhergang aufklären, wenn keine Zeugen vorhanden sind, erklärt Frank Preidel.
Entscheidend ist jedoch, wie die Dashcam verwendet wird! Sie ist grundsätzlich erlaubt und darf filmen, aber die Aufnahmen dürfen nicht ohne Grund gespeichert werden! Dies wird durch die Datenschutzgrundverordnung untersagt - sie hat Vorrang.
Wenn die Kamera ohne konkreten Anlass und permanent läuft, können die aufgezeichneten Bilder nicht vor Gericht verwendet werden, erklärt Frank Preidel. Zudem drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro, da gegen das Datenschutzgesetz verstoßen wird. Daher muss sichergestellt werden, dass die Dashcam nur bei Bedarf aktiv ist. Sven Hansen vom Computermagazin ct erklärt, wie das technisch umgesetzt wird.
In Deutschland zeichnen Dashcams nur eine Videoschleife auf, die automatisch wieder überschrieben wird, erklärt Sven Hansen. Im Falle eines Unfalls muss die Notfalltaste gedrückt werden, um die Aufnahme zu speichern. Je nach Einstellung kann dabei sogar eine Minute vor dem Auslösen aufgezeichnet werden. Die Dashcam erfasst auch automatisch Unfälle, beispielsweise wenn sie stark erschüttert wird, da sie einen Beschleunigungssensor hat.
Dashcams sind bereits ab 20 Euro erhältlich. Teurere Modelle kosten etwa 150 Euro und verfügen oft über leistungsstärkere Sensoren und eine bessere Bildauflösung. Beim Kauf sollte man besonders auf eine hohe Bildwiederholrate achten, erklärt Sven Hansen.
Es gibt auch Dashcams mit mehreren Kameras, die zusätzlich zur Frontkamera eine Rückfahrkamera und eine Weitwinkelkamera für den Fahrzeuginnenraum haben. Diese Modelle kosten etwa 330 Euro.
Wenn die Dashcam dauerhaft mit der Autobatterie verbunden ist, kann sie auch parkende Autos überwachen und bei Bewegungen wie Parkremplern aufzeichnen. Es gibt zunehmend auch Dashcams mit optischer Objekterkennung, um beispielsweise Vandalismus zu erkennen.
Es ist wichtig, die Dashcam sicher zu montieren, da sie bei einem Bremsmanöver zu einem gefährlichen Projektil werden kann. Fachwerkstätten bieten Einbau-Service für ca. 200 Euro an und kümmern sich auch um die Verlegung der Kabel.
Dashcams sind einfach zu bedienen und die meisten Modelle verfügen über eine App, in der die Videos gespeichert werden können. Diese Videos können möglicherweise als Beweismittel bei Unfällen dienen.
Die Verwendung von Dashcams hilft, schwer beweisbare Situationen zu klären. Andernfalls könnte es zu Aussage gegen Aussage kommen.
Es ist jedoch wichtig, das aufgenommene Material nur dann zu speichern, wenn es wirklich notwendig ist. Selbst wenn man dauerhaft schöne Urlaubsvideos aufzeichnet, können diese Aufnahmen bei einem Unfall nicht als Beweismittel verwendet werden.n