Es sind Aussagen, die beängstigen.
"Wenn man aus der Praxis dann raus geht, hat man schon ein mulmiges Gefühl, weil man denkt: Weil man denkt: "Okay, was ist, wenn die Drohung jetzt wahr wird."
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"Dann hat er an mich geklammert: Bitte sofort einen Krankenschein. Und dann habe ich gesagt: Bitte einen kleinen Moment warten. [...] Als ich raus kam, lag ich bewusstlos auf dem Boden. ich wurde von dem netten Patienten niedergeschlagen."
Erfahrungsberichte aus zwei verschiedenen Praxen: Der gemeinsame Nenner die Gewaltbereitschaft einiger Patienten.
Beleidigungen aber auch körperliche Angriffe - sie sind mittlerweile Teil des Praxisalltags. Tendenz steigend - sagt die Kassenärztliche Bundesvereinigung.
Andreas Gassen:
"Ein ganz häufiger Aspekt ist Wartezeit oder ein Nicht-Erfüllen medizinischer Wünsche. Das wird nicht akzeptiert und da ist offensichtlich die Toleranzschwelle sehr gering. Und die Gründe dafür mögen in einer völlig übersteigerten Erwartungshaltung liegen [...] und zum anderen einem Fehlen jedweden normalen Umgangs miteinander."
Mittlerweile gibt es sogar Selbstverteidigungskurse für Praxisteams. Hier lernen Teilnehmer wie sie deeskalieren aber auch wie sie sich bei körperlichen Angriffen wehren können.
"Wir haben Verteidigungstechniken, wo die Sache nett für den Kunden ausgeht. Aber wenn der Angriff schlimmer ist, dass man sich noch vehementer wehrt. [...] Der Eigenschutz geht natürlich vor aber ich finde das Abwägen zwischen es gibt Techniken, die sind weniger verletzend, es gibt Techniken, die wirklich im letzten Moment genutzt werden, find ich sehr wichtig, dass man da Abwägung hat."
In der Praxis von Frau Dr. Hartmann in Mannheim kommt es zu ein bis drei Vorfällen die Woche. Sie haben mittlerweile eine Art Notfallplan.
"Es ist ein kleines Gerät, da zieht man den Stab raus, dann macht es ein lautes Geräusch. Und wenn einer das zieht, also jeder hat es in seinen Zimmern, und dann kommen wir alle zusammen und gemeinsam können wir die Situation dann lösen als wenn wir einen alleine lassen."
Aktuell plant die Bundesregierung eine Strafverschärfung, um Rettungskräfte besser vor Anfeindungen und Gewalt zu schützen. Die müsse auch auf Arztpraxen ausgeweitet werden, fordert der Kassenärzte-Chef.