Unsere Reporterin Anny Adler testet ChatGPT beim Einkaufen und gibt zunächst ihren Wunsch vor: Sie möchte eine Einkaufsliste für zwei Personen erstellen und hat ein Wochenbudget von 70 €. Anny gibt an, dass ihr Supermarkt und Angebote in die Liste einbezogen werden sollen. Erstaunlicherweise erstellt das Tool innerhalb weniger Sekunden eine komplette Einkaufsliste für eine Woche mit groben Preisangaben. Angebote werden jedoch nicht berücksichtigt. Zusätzlich gibt es auch noch einige Rezeptideen.
Nun möchten wir überprüfen, ob die angegebenen Preise tatsächlich stimmen, und gehen einkaufen. Anny startet euphorisch, da die Bananen wie vom ChatGPT angegeben im Angebot sind und nur 1 € kosten, anstatt der geschätzten 2 €. Auch bei den Tomaten hatte das KI-Modell recht, sie sind ebenfalls im Angebot.
Allerdings stellt sich heraus, dass die Tomaten sogar 1 € günstiger sind als vom ChatGPT angegeben. Anny arbeitet dann weiter an ihrer Einkaufsliste und stellt fest, dass nicht alle Artikel im Angebot sind, aber die geschätzten Preise in etwa eingehalten werden. Sie bemerkt sogar einige Ersparnisse bei einzelnen Produkten.
Allerdings stellen sich bei einigen Produkten die Preise als deutlich höher heraus als von ChatGPT angegeben, wie beim Olivenöl. Obwohl das Modell 500 ml Olivenöl für etwa 4 € angibt, bekommt man nicht einmal 250 ml unter 4 €.
Nachdem der Einkaufswagen voll ist, bezahlen wir an der Kasse und rechnen anschließend nach. Anny hatte einen Einkauf im Wert von 70 € geplant, doch ChatGPT schlug Produkte im Wert von 83 € vor. Letztendlich haben wir gut 89 € bezahlt, also deutlich mehr als erwartet. Wir fragen Professor Frank Schönefeld nach dem Grund:
Professor Schönefeld erklärt, dass die Resultate besser ausfallen, je strukturierter und detaillierter die Anfrage ist. Je ungenauer die Anfrage, desto ungenauer ist auch die Antwort. Um präzise Einkaufslisten zu erhalten, sollten die Nutzer ihre Anforderungen klar formulieren, beispielsweise das Budgetlimit festlegen. Zusätzlich sollten die Angaben des KI-Modells stets kritisch hinterfragt und mit den Preisen vor Ort verglichen werden, um Geld zu sparen und Zeit zu sparen, da wir nun nicht mehr in Prospekten suchen müssen.