Unser Reporter auf spätsommerlicher Radtour in der Region Hannover.
Aber diese offizielle Fahrradroute hört in Vörie ganz plötzlich auf, weil der Übergang gesperrt ist.
"Wenn ich jetzt lebensmüde wäre, würde ich da hinten über die Gleise stapfen und auf der anderen Seite sein, mach ich natürlich nicht, ich muss jetzt umkehren und mir einen anderen Weg suchen."
Klar, wer würde sich denn so in Lebensgefahr begeben? Äh, ja, diese Menschen hier zum Beispiel. Wir werden gleich mal einen dieser leichtsinnigen Radler zur Rede stellen.
Aber erstmal treffen wir Anwohnerin Susanne Slaby, die den Übergang täglich genutzt hat. Sie hat miterlebt, dass er von heute auf morgen gesperrt wurde. Die Begründung der Bahn: er entsprach nicht mehr den aktuellen Bestimmungen.
"Wo es hieß, erstmal nur für 4 Wochen Sanierungsarbeiten, dann hieß es 3 Monate, wg. fehlender Teile, und dann hieß es plötzlich 3-5 Jahre wegen Genehmigungs-
Verfahren, die so lange dauern würden, und da fühlen wir uns dann doch ziemlich veräppelt."
Susanne Slaby muss jetzt jeden Tag einen Umweg von fünf Kilometern fahren, das kostet sie jedes Mal zwanzig Minuten extra. Doch noch schlimmer ist das, was Arne Brunkhorst aus seinem Fenster beobachten muss.
"Bei mir spielen sich hier sehr skurrile Szenen jeden Tag ab, von irgendwelchen Kinderanhängern, die am Fahrrad angebracht sind, die werden dann rüber getragen. Und das sind so Szenen, die muss ich nicht haben, gerade als Anwohner, weil wenn hier ein Unfall passiert, brauch sich keiner einbilden, dass ist dann definitiv mit Todesfolge."
Dass er sich in Lebensgefahr begibt, ist auch diesem Radfahrer klar, den wir zur Rede stellen. 5/1:31
C22 OT Radfahrer: "Die Seite kann man gut einsehen, die andere hingegen gar nicht, und das ist schon sehr gefährlich natürlich." 5/1:36
Warum aber überquert er die Gleise verbotener Weise trotzdem?
"Sonst hätte ich jetzt 5 Km Umweg fahren müssen und das ist eigentlich der direkteste Weg. Die andere Wahl wäre eben, 20 Minuten länger Fahrrad fahren."
Und obwohl das Eisenbahnbundesamt, das weisungsberechtig ist, die Deutsche Bahn aufgefordert hat, den Übergang wieder zu öffnen, sagt die:
Texttafel: "Ein vorläufiger Terminplan für den Neubau geht derzeit von einer Inbetriebnahme im vierten Quartal 2024 beziehungsweise ersten Quartal 2025 aus."
Unfassbar, dass die Deutsche Bahn so lange warten will. Denn dass dieser Übergang modernisiert und wieder geöffnet wird, ist wirklich höchste Eisenbahn.