Lange war sie nicht weg vom diplomatischen Parkett. Nur knapp einen Monat nach ihrem Ausscheiden als Außenministerin ist Annalena Baerbock nun zurück als neu gewählte Präsidentin der UN-Vollversammlung.
Ich danke Ihnen für Ihre überwältigende Unterstützung und Ihr Vertrauen. Ich bin zutiefst dankbar und demütig, dass ich die Ehre habe, Ihnen allen zu dienen als ehrliche Maklerin und einigende Kraft .
Ihre Wahl? Reine Formsache. Trotz eines kleinen Störmanövers. Ein Land, vermutlich Russland, hat entgegen der Gepflogenheiten eine geheime Wahl beantragt, um Baerbock nicht einfach ins Amt durchzuwinken. Die Russen halten sie wegen ihrer klaren Positionierung im Ukrainekrieg für eklatant voreingenommen. Am Ende hat das die Wahl aber nur verzögert. Baerbock hat eine deutliche Mehrheit erhalten. Ab dem 9. September ist dies hier also ihr neuer Arbeitsplatz. Ein hoher Posten, aber mit wenig Macht.
Auf Baerbock kommen viele organisatorische Aufgaben zu. So wird sie hier die Sitzungen leiten. Sie muss aber auch dafür sorgen, dass alle 193 Nationen gleichermaßen Redezeit bekommen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Wahl des UN-Generalsekretärs, die im nächsten Jahr stattfindet, die eben auch Annalena Baerbock leiten wird.
Hier kann Baerbock also doch noch zeigen, was sie in ihren Jahren als Außenministerin in Sachen Diplomatie gelernt hat. Im Vorfeld gab es Kritik an ihrer Kandidatur, da sie damit die eigentlich für das Amt vorgesehene deutsche Top-Diplomatin Helga Schmidt in letzter Minute verdrängt hat. Ungeachtet dessen hat sich Baerbock viel für ihre neue Aufgabe vorgenommen.
Wie jede Organisation braucht auch die Vereinten Nationen eine Modernisierung. Das wird eine große Herausforderung, weil die internationale Ordnung, die Vereinten Nationen unter starkem politischen und finanziellen Druck stehen. Daher ist die Leitlinie meiner Präsidentschaft Better Together. Wir sind stärker, wenn wir zusammenarbeiten.
Dafür zieht Baerbock mit ihren beiden Töchtern extra nach New York. Ein neuer Abschnitt, den die 44-Jährige auch als Sprungbrett für künftige Aufgaben sieht.