Unternehmer Bernd Schlichterle aus Hessen ist fassungslos über den Krieg in der Ukraine. Noch vor drei Monaten hat eine ukrainische Firma eine Getränkemaschine bei ihm bestellt. Jetzt hatte er wieder Kontakt zu den Kunden:
Bernd Schlichterle, Geschäftsführer Kahl & Schlichterle: "Sie haben gesagt - und das fand ich sehr erschreckend und erdrückend für mich selber - sie leben noch. Und anhand dieser Aussage kann man sich vorstellen, was zurzeit in der Ukraine passiert."
Aber auch mit Russland macht Schlichterle Geschäfte, erzielt dort rund sechs Prozent seines Umsatzes. Die Sanktionen gegen das Land treffen also auch sein Unternehmen. Trotzdem hält er sie für richtig: Bernd Schlichterle, Geschäftsführer Kahl & Schlichterle:
"Russland muss ganz klar mit Sanktionen belegt werden. Es müssen auch Embargos stattfinden hinsichtlich wirtschaftlicher Güter, hinsichtlich hochindustrieller Güter, damit Russland merkt: Ich komme von diesem Krieg nicht ungeschoren davon."
So denken viele deutsche Unternehmen: Volkswagen und Mercedes-Benz schließen ihre Fabriken in Russland und verkaufen auch keine Fahrzeuge mehr dorthin.
Gleichzeitig leidet die Autobranche darunter, dass wichtige Zulieferungen aus der Ukraine ausbleiben. Aber nicht nur Handelspartner fallen durch den Krieg weg. Die Energiepreise steigen massiv und auch Rohstoffe könnten knapp werden. Wirtschaftsminister Habeck kündigt daher Hilfen für deutsche Unternehmen an:
OT Robert Habeck, Grüne, Bundeswirtschaftsminister:
"Wir werden darüber hinaus ein Kreditprogramm auflegen, ein KfW-Kreditprogramm, so dass die Unternehmen, die jetzt in Kalamitäten von den guten Zinsbedingungen des Staates profitieren können."
Der größere Verlierer ist die russische Wirtschaft. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis: Sollte der Handel zwischen Russland und dem Westen komplett einbrechen, würde das Russland langfristig fast zehn Prozent Wirtschaftsleistung pro Jahr kosten - Deutschland weniger als ein halbes Prozent