Der Klötzweg in Bad Herrenalb südlich von Karlsruhe. Eine alte Straße, viele Schlaglöcher, sichtlich häufig geflickt. Ansonsten hat sich seit 47 Jahren hier nichts mehr getan. Aber trotzdem hatte die Stadt eine Idee aus alt wieder neu zu machen. Denn ab jetzt ist der Klötzweg „Erschlossen“. jaja ein Urbanes Zentrum und das kostet…
Hier ist klar zu erkennen, die Straße ist gar nicht neu. Aber die Stadt fordert jetzt 220.000 Euro insgesamt. Ernsthaft?
Ja...die Anwohner sollen ordentlich blechen. Ein halbes Jahrhundert nach der Fertigstellung ist die Straße jetzt OFFIZIELL fertig und das kostet eben diese 220.000 Euro.
Nach dieser Zeit von über 40 Jahre kann ich jetzt nicht mit Kosten kommen.
Tja eigentlich – so glaubt man hier wurde das schon vor 40 Jahren bezahlt. Aber da ein paar Akten wohl auf mysteriöse weise verschwunden sind, weiß die Stadt davon nichts mehr. Deswegen KOSTET die Straße JETZT - was das soll, wir werden nachhören.
Aber mal von Vorne...Wilfried Knappe soll für sein Elternhaus und ein weiteres Grundstück 9 ein halb Tausend Euro zahlen.
Das war für alle ein Schock, weil man gedacht hat, das ist längst vorbei.
Er versteht die späte Forderung der Stadt überhaupt nicht - denn seine Eltern haben die Erschließungsgebühr ihrer Zeit bezahlt, sagt er.
Zumal wir eigentlich alles nachweisen können, was man abgegeben hat, was ausbezahlt worden ist, von unserer Seite ist die Dokumentation da.
Tja, aber von Seiten der Stadt nicht. Die finden die Unterlagen nämlich nicht mehr - ist wohl zu lange her. Oder upps, Sind der Stadtverwaltung die Akten VERSEHENTLICH in den Müll gefallen? oder haben sie sich einfach in Luft aufgelöst?
Es ist ja kein böser Wille der Stadtverwaltung zu sagen, wir finden keine Akten. Das ist dann tatsächlich so.
Deswegen setzen wir da auf die Bürger.
Die sollen also die Fehler der Stadt ausbaden - und am liebsten widerstandslos zahlen. Ist doch ne tolle Straße. Neu und so erschlossen.
Wir haben keine Handhabe zu sagen, wir erlassen euch das jetzt. Einfach so, weil der Gesetzgeber das ja fordert, dass wir unsere eigenen Hausaufgaben machen... tatsächlich hat die Stadt laut Innenministerium des Landes Recht. Aber geht das fast 50 Jahre später?
Eigentlich geht das nicht mehr, wir haben in D eine Verjährung und irgendwann soll ja mal rechtsfrieden herrschen. Aber
in Baden-Württemberg ist das eben so, dass man die Vorteilsnahme an den Eintritt der endgültigen Herstellung der Straße anknüpft.
Äh moment mal - die endgültige Herstellung der Straße? Aber das ist doch wirklich schon ewig her...
Die Straße ist im gleichen Zustand, selbst die Lampe, das Gehäuse alles die selben.
Aber die Crux an der Sache ist wohl die Bürokratie...denn auf dem Papier wurde die Straße erst vor 2 Jahren fertiggestellt.
Fast 50 Jahre lang hat es bei der Stadt nämlich offenbar niemand geschafft, auf dem Papier abzuhaken, dass die Straße fertig ist. Das ist vor 2 Jahren dann endlich passiert und deswegen läuft erst jetzt die Abrechnungsphase.
Tja und wegen EINES vertrudelten Bürokratie-Hakens wollen die Anwohner jetzt klagen. Wohl nicht als letzte - denn auch weitere Straßen könnte dieser Irrsinn bald treffen.