Hinter diesen Gefängnismauern soll sich die Hölle auf Erden abgespielt haben. Ein ehemaliger Insasse schildert uns Szenen, wie man sie sich vielleicht in Guantanamo vorstellt, aber nicht mitten in Deutschland.
Als ich längst gefesselt war, haben sie immer weiter und weiter auf mich eingeschlagen und auch mit dem Knie mehrfach ins Gesicht.
Zu seinem Schutz haben wir seinen Namen geändert und seine Stimme verzerrt. Die Vorwürfe gegen die JVA Gablingen, immer wieder Prügel von Sicherheitspersonal, katastrophale Versorgung bei medizinischen Notfällen und Erniedrigung von Insassen, unter anderem durch grundlose, wochenlange Isolationshaft im Dunkeln.
Und da war ich dann eben komplett nackt drin und habe später gemerkt, dass ich auch an den Rippen Verletzungen habe und mich hatte aber auch keine verarztet.
Auch andere Ex Insassen äußern vor unserer Kamera erschreckende Zustände. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen die stellvertretende Leiterin der JVA, die die Freiheiten der Häftlinge immer weiter eingeschränkt haben soll.
Sogar die Beamten hatten Angst vor ihr. Die haben gesagt Jetzt ist es vorbei, jetzt gibt es keine Ausnahmen mehr.
Angeblich war die Leiterin der JVA hier bei der Einweihung des Gefängnisses kaum vor Ort und habe oft aus dem Homeoffice gearbeitet. Grund sei eine schwere Fußverletzung gewesen, so heißt es jetzt. Die ehemaligen Insassen hoffen jedenfalls, dass man ihnen glaubt und die Verantwortlichen ihre gerechte Strafe bekommen.
Man kann diese Leute sehr schwer anzeigen, da man sehr schnell eine Verleumdungsklage bekommt. Und als vorbestrafter Bürger hat man in der Regel vor dem Gericht oder vor einem Staatsanwalt keine Glaubwürdigkeit.
Wer am Ende die Konsequenzen für die mutmaßlichen Misshandlungen tragen muss, klärt jetzt die Justiz.