„Wir haben heute die Nachricht bekommen, dass er freigestellt wurde. Unser Bestatter darf ihn abholen in der Hoffnung, dass wir ihn sehen dürfen./Sehen können hängt davon ab, ob unser Bestatter ihn so weit regenerieren kann, dass man ihn ruhigen Gewissens nochmal sehen kann.“
Die Rede ist von André, der mit nur neun Jahren sterben musste, als Taleb A. mit einem Auto in Magdeburg bewusst in eine Menschenmenge auf den Weihnachtsmarkt rast. Seine Mama Desiree G. und sein Stiefpapa Patrick S. kämpfen seit dem Tod des Jungen am 20. Dezember darum, sich von André verabschieden zu können.
Hintergrund, warum wir ihn nochmal sehen müssen, ist dass mein älterer Sohn Partrick, der auch vom Auto angefahren wurde und ich ihn in dem schlimmen Zustand gesehen habe, und um diese Bilder besser verarbeiten zu können, ist es ganz wichtig, ihn nochmal in hergerichtetem Zustand zu sehen. Tausend Dank für eure unsagbare Unterstützung. Schade, dass man das öffentlich machen musste, um was zu bewirken.
Jetzt jedoch endlich ein erster Hoffnungsschimmer. Auch wenn Desiree und Patrick von den Behörden mehr als enttäuscht sind.
„Es muss so gesagt sein. Es seid ihr gewesen, die was bewirkt haben, nicht die da oben. Und nach wie vor hat sich von da ganz oben niemand gemeldet.“
Desiree und Patrick können ihren Sohn nun endlich beisetzen und Abschied nehmen. Für die Unterstützung ihrer Familie und auch die völlig Fremder sind sie unendlich dankbar.