Emily A., Freundin des Opfers: "Ich habe meine beste Freundin, fast wie eine Schwester, verloren. Schmerz, Wut und Trauer wenn ich hierher komme. Da fehlt natürlich ein Teil meines Lebens.
13 Jahre - so lange ging Emily mit Andrea als Freundin durchs Leben.
Emily A., Andreas Freundin: "Mir geht es immer noch nicht gut, ich habe immer noch traumatische beziehungsweise retraumatische Erlebnisse, wenn wir zum Beispiel an Orten vorbeigehen, an denen wir früher viel gemeinsam zusammen gemacht haben - also verkraftet habe ich das immer noch nicht."
Was ihr besonders zu schaffen macht: Das Grab ihrer Freundin ist noch immer nicht so hergerichtet, wie sie es laut Emily verdient hätte - und das hat offenbar unglaubliche Gründe.
Ende April 2020 treibt die Leiche der 19-jährigen Andrea K. hier im Kreis Nienburg in der Weser, versenkt mit einer Betonplatte. Verurteilt werden zwei Männer und eine Frau - für den Anwalt des Bruders der Getöteten ist der Fall eigentlich klar.
Mustafa Ertunc, Anwalt: "Das war eine Hinrichtung, das war ein kaltblütiger Mord. Sie haben Andrea K. getötet um ihre Straftaten zu verdecken!"
Doch die drei werden nicht wegen Mordes verurteilt, weil keinem nachgewiesen werden kann, wer Andrea K. umgebracht hat - und wie. Sie kommen zwar alle bis zu acht Jahre ins Gefängnis - doch die Höhe der Strafen passen weder der Staatsanwaltschaft noch der Verteidigung - sie ziehen vor den Bundesgerichtshof. Der bestätigt große Teile des Urteils, auch, die Angeklagten nicht wegen Mordes zu verurteilen - entscheidet aber schließlich, dass die Haftstrafen neu festgesetzt werden müssen - ab heute beginnt die Verhandlung am Landgericht Verden.
Die Vorgeschichte dieser ohnehin grausamen Tat macht fassungslos:
Die lebenslustige Mutter zweier Kinder gerät in die Fänge eines Loverboys, hält ihn für die große Liebe. Doch der will offenbar mit ihrem Körper nur Geld verdienen, bietet Andrea übers Internet an. Die junge Frau leidet zunehmend an psychischen Problemen. Schließlich soll ihr falscher Freund sie für 2000 Euro an die drei Verurteilten verkauft haben - angeblich wollten sie ins Zuhältergeschäft einsteigen. Das Trio soll die junge Frau schließlich weggesperrt und schwer misshandelt haben.
Noch immer ist Emily fassungslos über das, was ihrer Freundin Andrea angetan wurde. Sie will, dass ihre Freundin nun endlich ein angemessenes Grab bekommt.
Emily A., Freundin des Opfers: "Wir sind nicht zufrieden mit dem Grab, weil Spenden gesammelt worden von dem Bruder über die Öffentlichkeit. Und diese Spenden, die wurden nicht für das Grab investiert. Die sind nie dort gelandet. Und wir wünschen uns für sie ein neues Grab , weil sie das deutlich verdient hat."
Auf dem Grabstein, so wünschen es sich Emily und ihre Freunde, soll dann Andreas Gesicht zu sehen sein.