Diese Straße in Klingenthal gleicht einem Hindernis-Parkour: Diese Reifen, Stahlfässer, Bagger, die Holzpaletten und der ganze andere Schrott sollen hier illegal stehen. Da staunt auch unser Reporter. Offenbar verantwortlich für diesen Unfug ist dieser gereizte Herr: Michael M. In Höhe seines Miethauses baut der Anwohner auf beiden Seiten solche Barrieren auf. Das ist verboten, beklagt der frühere Baumamtsleiter von Klingenthal.
„Alles, was da links und rechts steht, muss weg! Das sind alles Hindernisse, die hier reingesetzt wurden, um Leute zu ärgern. Die älteren Anwohner hier sind verzweifelt, denn sie kommen wegen Michael M's Barrikaden hier kaum mehr mit ihren Autos lang. Doch warum stoppt die Stadt den offenbar militanten Quertreiber nicht? (O-Ton Horst Portius)
Der Streit schwelt schon lange: Seit circa elf Jahren wohnt Michael M. am Anfang dieser Sackgasse in Klingenthal. Hinter ihm leben noch vier Parteien. Doch denen macht Michael M. mit seinen errichteten Barrieren das Leben schwer. Gutgelaunt präsentiert er sie uns noch Ende 2022:
"Weiter komme ich hier ja auch nicht mehr, das ist das Problem, oder?“ (O-Ton Reporter Frank Vacik)
„Weiter kommen sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder Wanderweg. Oder wie früher mit dem Pferd oder der Kutsche. " (O-Ton Michael M.)
In den Ohren der Nachbarn dürfte das wie Spott und Hohn klingen. Doch Michael M. erklärt damals, sein Barrikaden-Irrsinn diene doch nur der Sicherheit.
„Das ist keine Provokation, das dient sowohl Wanderern, Verkehrsteilnehmern und da sind auch bewusst Reifen drumherum gelegt, damit eben nichts passieren tut." (O-Ton Michael M. )
Inzwischen will Michael M. nicht mehr mit uns sprechen. Kein Wunder, wegen der
Durchfahrtsstraße gibt es vergangenes Jahr sogar einen Rechtsstreit. Das Gericht entscheidet: Die Straße ist der Öffentlichkeit gewidmet! Die Stadt lässt die Straße neu vermessen. Offenbar mit folgenschwerem Fehler: Die Stadt berücksichtigt dabei NICHT die aufgestellten Barrieren. Deshalb ist die Straße, die mal 4,50 Meter breit war, jetzt offiziell nur noch 1,70 Meter. Ein Schild verbietet breiteren Fahrzeugen sogar die Zufahrt.
„Diese Fläche muss freigehalten werden. Und Feuerwehr, wenn was ist, da geht es Sirene und die müssen durchfahren können. Und wenn dann hier erst einmal drei Stunden lang geräumt werden muss, da braucht er oben keiner mehr löschen."
Auf der Durchfahrstraße gibt es auch keinen Winterdienst, die Fahrzeuge der Stadt kommen nicht durch. Die Situation ist so dramatisch, dass sogar schon Anwohner wegziehen.
„Bis letztes Jahr wohnte hier noch eine Familie mit Kindern zur Miete. aber sie haben resigniert aufgegeben und sind ausgezogen." (O-Ton Reporter Frank Vacik)
Dabei gäbe es eine Lösung: Die Stadt könnte Michael M. zur Räumung der besetzten Straßenflächen zwingen. Zuständig wäre die Oberbürgermeisterin Judith Sandner - doch die will nicht mit uns sprechen. Auch unsere schriftliche Anfrage zur Problematik bleibt unbeantwortet. Genau diese Untätigkeit regt die Bürger hier auf. „Das macht mich eigentlich auch sehr traurig, das ist eine Missachtung alten Menschen gegenüber.“ (O-Ton Anwohnerin)
Unrat gehört in die Garage und nicht auf die Straße. Hoffentlich setzen die Behörden den Treiben von Michael M. bald endlich ein Ende - damit wieder freie Fahrt ist.