Tausende Passagiere müssen auf dem Weg in den Urlaub mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen: Die Discover-Ferienflieger sollen ab Dienstag, 27. August, nicht abheben, geht es nach den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo. Sie haben die Piloten und das Kabinenpersonal bis einschließlich Freitag zum Streik aufgerufen.
Die 2021 gegründete Discover Airlines fliegt normalerweise mit 27 Maschinen von München und Frankfurt aus rund 50 Urlaubsziele in Europa und Übersee an. Allein in München starten jede Woche siebzig Flüge – eigentlich.
Und eigentlich könnten sich die rund 1.900 Discover-Beschäftigten freuen: Denn gerade erst hat die Gewerkschaft Verdi für sie alle bessere Arbeitsbedingungen ausgehandelt und Lohnerhöhungen zwischen 16 und 38 Prozent bis Ende 2027.
Aber gerade das ist für Ufo und Cockpit ein Problem: Die Spartengewerkschaften wollen eigene Tarifverträge durchsetzen, auch wenn die sich inhaltlich kaum unterscheiden. Dafür haben sie schon anderthalb Jahre mit dem Unternehmen verhandelt und erst im Winter gestreikt. Jetzt fühlen sie sich übergangen:
"Diejenigen, die die meisten Mitglieder haben, diejenigen, die den Betrieb repräsentieren, diejenigen sollten auch die Tarifverträge schließen. Und das sind wir“, sagt Andreas Pinheiro, Präsident Vereinigung Cockpit.
Cockpit und Ufo fürchten um ihre Rolle im gesamten Lufthansa-Konzern, in dem sich der Machtkampf zwischen den Gewerkschaften noch ausweiten könnte. Für die Passagiere bleibt die Hoffnung, dass die Lufthansa den Streik bei Discover halbwegs abfangen kann, ähnlich wie im vergangenen Winter.