Schon zu Beginn unseres Drehs kriegt unsere Kamera direkt mal ein Küsschen verpasst.
Kaum zu glauben, dass jemand diese fünf süßen Fellnasen ausgesetzt hat.
Diandra Boczek, Tierheimleitung
"Von Wut über Fassungslosigkeit. Aber mittlerweile man ist auch schon so. Ja, es überrascht einen ja gar nicht mehr. Also dieses Business mit dem Tierschutz. Beziehungsweise die Situation, wie sich das so entwickelt hat. Der Umgang mit Haustieren ist ja schon deutlich schlechter geworden im Vergleich zu vor zehn oder 15 Jahren."
Es ist der 09. Dezember 2024. Auf einem Rastplatz an der A2 bei Lehrte findet ein aufmerksamer Autofahrer die fünf Welpen, völlig verängstigt und durchnässt. Er bringt die Bande ins Tierheim Burgdorf. Die Tiere sind gerade einmal sechs bis sieben Wochen alt.
Diandra Boczek, Tierheimleitung
"Es war ja natürlich wieder kurz vor Weihnachten die Zeit und man hat ja auch im Ausland so gewisse Händler und man hat hier gewisse Zwischenhändler, die zu einem gewissen Einkaufspreis sich eine Truppe Welpen holen. Und manchmal hat man es halt auch, dass es irgendwelche Hindernisse gab beim Übergabeort und dass die Leute, die aber wieder zurück ins Ausland wollen, die dann einfach nur noch abstellen und wieder zurückfahren."
Bei ihrer Ankunft müssen die Tiere behandelt werden. Sie sind voll mit Flöhen, haben Würmer und Parasiten.
Das Tierheim vermutet, dass es sich um Pinscher-gedackelte Terrier handelt.
Nach vier Wochen geht es den Fünf wieder richtig gut. Jetzt erkunden Murmel, Kiwi, Keks, Erbse und Wurzi erst mal ihren Zwinger und freuen sich über Besuch.
Diandra Boczek, Tierheimleitung
"Am Anfang waren die ja gar nicht anfassbar. Also die wollten ja wirklich gar keinen Kontakt zu Menschen. Die hatten panische Angst vor Menschen, haben geschrien, sobald wir die mal irgendwie anfassen wollten."
Mittlerweile sind die fünf eine richtige Rasselbande. Von der ruhigen Erbse bis hin zum frechen Murmel.
Leider ist das Schicksal dieser Welpen kein Einzelfall.
Diandra Boczek, Tierheimleitung
"Es gibt wirklich keine vier Wochen ohne Welpen. Selten ist es Abgabe. In 90 % der Fälle sind das Beschlagnahmungen durch Behörden und Ämter und mittlerweile auch nicht mehr nur aus unserem Einzugsgebiet, sondern deutschlandweit, weil die Veterinärämter in ihren örtlichen Tierheimen gar nicht mehr unterbringen können, weil alle Tierheime ja schon so überlastet sind."
Seit dieser Woche sind die Welpen zur Adoption freigegeben. Die Mischlinge werden zwar lieber zu zweit abgegeben, bei genügend Kontakt mit anderen Hunden aber auch allein.
Diese Fellnasen sind jedoch nicht die einzigen, die auf ihr neues Zuhause warten.
Diandra Boczek, Tierheimleitung
"Hier sitzen sehr viele unschuldige Tiere. Von daher liegt mir immer sehr viel daran, dass gerade so diese Schattenhunde gesehen werden und vielleicht auch mal so ein bisschen eine Bühne kriegen, dass das die Reichweite für die erhöht wird, dass man deren Chancen erhöhen kann."
Damit jedes Tier ein Zuhause findet, in dem es für immer bleiben kann.