Irinas Leben besteht aus Schmerzen - und das seit 17 Jahren!
Für die Doku "Schmerz lass nach", die ab dem 15. November auf RTL+ läuft, hat Sophia Thomalla unter anderem Betroffene besucht, die seit Jahrzehnten unter Schmerzen und Schmerzmittelabhängigkeit leiden. Darunter auch Irina.
Die heute 35-Jährige zieht sich als Teenagerin einen Bandscheibenvorfall zu, als sie eine Wasserkiste hochheben will. Es folgen 8 OPs, sieben davon an der gleichen Stelle; ein neunter Eingriff ist bereits im Gespräch:
Irina: da habe ich gesagt: Leute, ich bin doch kein Versuchskaninchen. // Ich habe auch einfach Angst, dass ich irgendwann Mal im Rollstuhl lande.
Stattdessen lebt Irina tagtäglich mit ihren Schmerzen, nimmt am Tag elf (!) Pillen, darunter auch Opiate wie Tramal, die nach nur einer Woche bereits abhängig machen können - Irina nimmt sie seit 14 Jahren!
Doch muss das wirklich sein?
Unser Experte ist sich sicher: Nein
Dr. Martin Marianowicz: Das ist ein typischer Fall von Übertherapie.
Heißt: Irinas Wirbelsäule ist okay, doch das viele Narbengewebe, verursacht durch die vielen OPs, engen die Nerven ein - und verursachen Schmerzen. Heißt das etwa, dass zumindest ein Teil der OPs sprichwörtlich für die Katz waren?
Marianowicz : Natürlich waren die für die Katz. Es ist völlig unabhängig, ob das Bild besser geworden ist, wenn der Patient weiter Schmerzen hat!
Und was sagt Irina dazu?
Irina: Ich bin geschockt und richtig, richtig sauer. Weil ich einfach mit jeder OP gehofft habe, dass es besser wird und es wurde immer nur schlimmer.
Immerhin: Dank dieser Erkenntnis kann Irina nun ihre Therapie anpassen. Statt Operationen und Pillen, bekommt sie nun Akupunktur, Physiotherapie, Einlagen und entzündungshemmende Spritzen. Und tatsächlich: Mit der Zeit geht es Irina nicht nur besser, sie kommt sogar von ihrer Opioidabhängigkeit runter:
Irina: Ich habe keine Schmerzen, solange ich mich nicht überbelaste. Das ist wie ein Wunder und tut schon gut. // Ich bin klarer, ich realisere viel schneller, weil ich nicht wie zugekifft bin.
Irinas Fazit: Nicht alles muss mit OPs und Schmerzmitteln gelöst werden. Und auch wenn ihre Reise noch lange nicht vorbei ist, tritt Irina ihr nun doch viel hoffnungsvoller entgegen, als noch vor ein paar Wochen.