Elf Jahre und sechs Monate muss der 25-Jährige wegen versuchten Mordes hinter Gitter. Die mitangeklagte Frau wegen Beihilfe für fünf Jahre. Die beiden anderen jüngeren Männer werden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, der eine zu acht Jahren und sechs Monate , der andere zu sechs Jahren Gefängnis.
"Die drei männlichen Angeklagten haben ihre Urteile ziemlich regungslos aufgenommen. Ich hatte den Eindruck, dass sie schon mit langjährigen Haftstrafen gerechnet hatten. Aber die weibliche Angeklagte, die zu fünf Jahren Haft wegen Beihilfe zum versuchten Mord verurteilt worden ist, die riss bei ihrem Urteilsspruch die Augen auf und schaute entsetzt in Richtung Zuschauer. Sie hatte im Laufe des Prozesses über ihren Anwalt ein Geständnis abgelegt und sicherlich damit gerechnet, deshalb eine mildere Strafe zu bekommen."
Das, was sie ihrem erst 17 Jahre alten Opfer in einer Nacht im Mai 2024 angetan haben, war grausam, heimtückisch. Und was es besonders schlimm macht: Es war akribisch geplant und vorbereitet. Sie haben die Frau in ein Waldstück an der Ems gelockt und gefesselt, dann über Stunden misshandelt, immer wieder mit einem Messer auf sie eingestochen, Zigaretten auf ihrem Körper ausgedrückt, sie gewürgt und geschlagen. Als sie bewusstlos war, haben sie ihr Opfer einfach wie Müll im Fluss entsorgt. Doch die damals 17-Jährige kann sich aus dem Wasser retten, schafft es zu einem Wohnhaus und klingelt irgendwo. Der Mann am anderen Ende der Gegensprechanlage war einer der Hauptzeugen im Verfahren.
"Dann hat eine schwache Stimme gesagt: ,Ich verblute, ich verblute.' Und habe versucht, dann noch irgendwo ein Gespräch mit der Dame zu führen. Aber das ging nicht. Sie sagte dann irgendwann nochmal: ,Bitte holen Sie einen Krankenwagen'."
Und tatsächlich überlebt die junge Frau.
"Das Opfer war heute nicht vor Ort. Möglicherweise hat die 17-Jährige einfach nicht die Kraft, alle grausamen Details in der Urteilsbegründung noch einmal zu hören. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie von dieser Tat, die sie ja nur knapp überlebt hat, schwer traumatisiert ist und möglicherweise auch psychologische Hilfe braucht."
Die vier Täter müssen jetzt hinter Gitter für einige Jahre. Doch für ihr Opfer wird das Leben nie wieder das Gleiche sein.