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mivolta über Strompreis: Wie sieht die Entwicklung für 2020 aus?

Der Preis für Strom ist sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft ein wichtiges Thema, da es Einfluss auf das alltägliche Leben ausübt. Die Energiewende hat die mediale Aufmerksamkeit der Thematik noch weiter verstärkt. Die Entwicklung in den letzten Jahren hat steigende Preise hervorgebracht, die die meisten Haushalte in Deutschland finanziell stärker belasten. Ob sich diese Preisentwicklung auch für das Jahr 2020 fortsetzt, klärt der Strom- und Gasanbieter „mivolta“ im Interview.

Der Preisanstieg im Energiesektor hält nun schon seit einigen Jahren an. Woran liegt das genau?

Strom

Der Strompreis ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

mivolta: „Die Preisentwicklung im Energiesektor lässt sich nicht nur auf einen speziellen Grund zurückführen, viel mehr sind mehrere Punkte ausschlaggebend. Den Anfang machte der Abbau staatlicher oder gesellschaftlicher Vorschriften im Markt vor der Jahrtausendwende, die den Verbrauchern größeren Handlungsspielraum verschaffen sollte. Denn vor dieser Maßnahme war man gezwungen, auf den regionalen Energieanbieter zurückzugreifen. Allerdings zeigt die Vergangenheit und auch zum Teil das Hier und Jetzt, dass die Menschen sich immer noch vor einem Anbieterwechsel scheuen und günstige Strom- und Gaskonditionen ignorieren.
Im weiteren Verlauf der Preisentwicklung spielt natürlich auch der Atomausstieg und das Umdenken in Richtung erneuerbarer Energien zum Zwecke des Umweltschutzes eine sehr wichtige Rolle. Die Rechtslage versichert den Anbietern die Einspeisung von Ökostrom, der durch Energie aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonne gewonnen wird. Die Vergütung garantiert für 20 Jahre einen Festpreis, was die Preisstruktur im Umkehrschluss erheblich beeinflusst. Diese Vergütung kommt sowohl Privatpersonen, welche überschüssigen Ökostrom in das Stromnetz einspeisen, als auch gewerblichen Ökostromproduzenten zugute.“

Sie haben die Wechselscheu der Menschen in puncto Anbieter angesprochen. Ist dieses Verhaltensmuster zum Teil ebenfalls ausschlaggebend für die Preisentwicklung?

mivolta: „Diese Wechselscheu ist nicht nur zum Teil ausschlaggebend, sondern entscheidend für die Entwicklung der letzten Jahre. Laut den Angaben der Bundesnetzagentur haben rund 50 Prozent der Energiekunden in ihrem Leben noch nie den eigenen Energieanbieter gewechselt. Viele Verbraucher haben irgendwann einen teuren Grundtarif abgeschlossen, indem sie immer noch feststecken.“

Was bedeutet diese Einstellung der Endkunden letztlich für die Stromanbieter?

mivolta: „Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Wenn die Verbraucher keinen Druck über die Macht der Nachfrage ausüben, wird die Preisentwicklung auch nicht nach unten korrigiert. Wir bei mivolta und auch andere Experten beobachten, dass durch die Wechselscheu der Verbraucher, die jeweiligen Anbieter auch die Strompreise nicht anpassen. Da kann man den Energielieferanten auch keinen Vorwurf machen, da unser Wirtschaftssystem nun mal so funktioniert. Denn ohne Wettbewerbsdruck durch die Verbraucher entsteht kein Preisdruck auf die Anbieter.“

Worauf sollten denn Verbraucher bei einem Wechsel ihres Strom- und Gasanbieters achten?

mivolta: „In der heutigen Zeit gibt es genug Möglichkeiten, die einzelnen Strom- und Gasanbieter miteinander zu vergleichen. Besonders im Internet lässt sich sehr schnell herausfinden, welche Preise bei den jeweiligen Versorgern vorherrschen. So können sich Verbraucher direkt zu Anfang einen Überblick über die Preise verschaffen und gegebenenfalls die Unternehmen heraussuchen, die am günstigsten sind.
Darüber hinaus muss man sich im Klaren sein, welche individuellen Aspekte bei der Auswahl eines Strom- und Gasanbieters eine Rolle spielen sollten. Dazu gehört z.B. die Laufzeit des Vertrags, die Art der Energie und auch andere Details, die letztlich den Tarif personalisieren und perfekt auf einen zuschneiden. So wird nicht nur Geld gespart, sondern auch die Effizienz angehoben.

Wie sehen Sie bei mivolta die weitere Entwicklung des Strompreises im Zuge der Energiewende?

mivolta: „Langfristige Prognosen sind immer sehr schwer abzugeben, dennoch erzeugt die Energiewende klare Veränderungen auf dem Markt. Sie hat den Strom für die Verbraucher verteuert, was insbesondere an der steigenden EEG-Umlage liegt, die für die Kostendeckung der „Erzeugung Erneuerbaren Energien“ notwendig ist. Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat immens zugenommen. Da Wind und Sonne allerdings nicht immer ausreichend vorhanden sind, kann es zu Engpässen kommen. Das lässt natürlich die Preise steigen. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein, wenn zu viel Strom erzeugt wird. Die überschüssige Energie muss dann vom Stromnetz abgeführt und gespeichert werden. Trotz technologischer Fortschritte ist eine langfristige Zwischenspeicherung aber noch nicht möglich.“

Autor: Redaktion
Bildquelle: © Bru-nO @ pixabay

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