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Ioannis Moraitis klärt auf: Trends auf dem Immobilienmarkt

Strukturwandel, Digitalisierung und technologischer Fortschritt sind nur einige Gründe für die einschneidenden Veränderungen in der heutigen Zeit, von denen auch die Immobilienbranche betroffen ist, sagt Ioannis Moraitis. Welche Trends im Zuge dieser Änderungen aktuell auf dem Markt vorherrschen, erklärt der Berliner Bauträger und Projektentwickler Ioannis Moraitis im Interview. Dabei geht es unter anderem um Nachhaltigkeit, Design und auch digitale Trends.

Herr Moraitis, als Laie mag man meinen, dass die Immobilienbranche eher geradlinig daherkommt und sich nicht von Trends beeinflussen lässt. Allerdings liegen wir mit dieser Annahme falsch, oder?

Naturfreundliche Immobilie

Umweltbewusstes Wohnen liegt aktuell voll im Trend. Bildquelle: dimitrisvetsikas1969 / Pixabay

Ioannis Moraitis: „Die Immobilienbranche ist ganz und gar nicht geradlinig, da sie sich wie jeder andere Wirtschaftszweig auch auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen einstellen muss. Eine der schwerwiegendsten Änderungen ist dabei die Herausforderung des Wohnungsmarkts, die speziell in Ballungsgebieten wie Berlin, München oder Hamburg bewältigt werden muss. Die Politik hat diesbezüglich schon einige Maßnahmen ergriffen und auch die Branche selbst reagiert mit einigen Trends auf die aktuelle Situation. Diese stehen zwar nicht immer in direkter Verbindung mit den Herausforderungen, dennoch sind sie ein Erzeugnis davon.“

Die Immobilienbranche ist ganz und gar nicht geradlinig, da sie sich wie jeder andere Wirtschaftszweig auch auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen einstellen muss.

Auf welche Art und Weise reagiert die Immobilienbranche auf den mangelnden Wohnraum?

Ioannis Moraitis: „Eine ganz konkrete Vorgehensweise, um den Mangel an Wohnraum Herr zu werden, sind modulare Baulösungen, die in der derzeitigen Situation voll im Trend liegen. Diese Konstruktionsart lässt sich mit Bausteinen vergleichen, die im Verbund ein Gesamtergebnis erzielen. Die Modulbauweise nutzt einzelne Elemente, die in den jeweiligen Fertigungsstätten auf den Millimeter genau angefertigt werden. An der entsprechenden Baustelle angekommen, werden die fertigen Module nur noch zusammengesetzt.”

Leidet unter solch einer Bauweise nicht das Stadtbild, da die Gebäude generisch wirken könnten?

Ioannis Moraitis: „Das mag man vielleicht meinen, dennoch ist der modulare Baustil sehr variabel und kann flexibel angewandt werden. Zudem wird bei der Gebäudeerrichtung nicht ausschließlich auf die Modulbauweise zurückgegriffen, da meist nur einheitliche Zellen wie z.B. das Badezimmer in Serienproduktion angefertigt werden.“

Welchen Trend finden Sie denn aus Ihrer persönlichen Sicht am Interessantesten?

Ioannis Moraitis: „Da ich mich unter anderem auf Dachausbauten spezialisiert habe, beobachte ich mit großem Interesse das sogenannte „Urban Farming“. Dabei geht es um die Einbettung ökologischer Elemente in Baukonstruktionen – häufig auf Dächern. Die Menschen ziehen vermehrt in den urbanen Raum, was ein Grund für aktuelle Situation des Wohnmarktes ist. Dennoch möchten viele nicht auf ökologische Produkte und auf die Gartenarbeit verzichten. Grünflächen sind in städtischen Bereichen allerdings eher die Seltenheit, daher liegen „Urban Farming“ und das „Vertical Gardening“ voll im Trend. Viele dieser Projekte befinden sich jedoch noch in den Kinderschuhen und müssen entsprechend ausgereift werden.“

Grünflächen sind in städtischen Bereichen allerdings eher die Seltenheit, daher liegen „Urban Farming“ und das „Vertical Gardening“ voll im Trend.

Passt diese Sehnsucht nach Grün- und Anbauflächen nicht genau in die aktuelle Phase, in der Umweltbewusstsein ein hochsensibles Thema ist? Wie reagiert der Immobilienbereich darauf?

Ioannis Moraitis: Seit der „Friday for Future“-Bewegung ist das Thema Nachhaltigkeit in Zentrum der Gesellschaft angekommen und bestimmt in vielen Bereichen des Lebens das Tagesgeschehen. Diesem Trend muss sich auch die Immobilienbranche beugen, die verschiedene Ansätze und Konzepte für die Umsetzung des nachhaltigen Bauens verfolgt. So wird z.B. nach nachhaltigen Baustoffen gesucht. Holz etwa ist so angesagt wie nie. Darüber hinaus existieren in der Branche unzählige Zertifikate, die Gebäude nach ihrer ökologischen Güteklasse klassifizieren.“

Holz etwa ist so angesagt wie nie.

Heutzutage entwickelt sich die Technologie in einem rasanten Tempo weiter. Ist von den neuesten Errungenschaften auch die Immobilienbranche betroffen?

Ioannis Moraitis:„Der technologische Fortschritt betrifft jeden Wirtschaftszweig. Da bildet die Immobilienbranche keine Ausnahme. Man spricht ja mittlerweile von „Smart-Homes“, die auf Grundlage künstlicher Intelligenz das Leben vereinfachen und zum Teil auch futuristisch wirken. Doch es gibt auch digitale Trends, die bereits während der Planungs- und Bauphase genutzt werden. Da wäre z.B. „Augmented Reality“ zu nennen, die die analoge Realität mit der digitalen Technik verbindet.“

Wie genau wird Augmented Reality in der Immobilienbranche angewandt?

Ioannis Moraitis:„Mittels Augmented Reality können alle Sinne des Menschen angesprochen und durch Bild, Ton und Raumwahrnehmung genutzt werden. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten des Informationstransports, da während der Planungsphase Vorschläge, Ideen und Konzepte visuell und auditiv eingearbeitet werden können. Kunden müssen dementsprechend nicht ihre gesamte Vorstellungskraft aufbringen, um das fertige Gebäude vor Augen zu haben. Augmented Reality übernimmt diesen Teil und macht ihn ein ganzes Stück besser.“

Vielen Dank für das Interview!

Autor: Redaktion
Bildquelle:
Werkzeuge © dimitrisvetsikas1969 @ https://pixabay.com

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