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Letzte Hoffnung Haartransplantation: der Berliner Haarchirurg Reza P. Azar im Interview

Für viele Menschen ist es ein Albtraum: das eigene Haar auf dem Kopf fällt aus. Vor allem Männer sind von der sogenannten Alopezie betroffen. Etwa jeder zweite leidet unter der ein oder anderen Art von Haarausfall. Leider bleiben auch Frauen nicht davon verschont, beispielsweise kann der „Hormonabfall“ nach einer Entbindung bei ihnen zum Haarausfall führen. Im schlimmsten Fall bleibt wirklich nur noch eine Haartransplantation übrig. Betroffene sollten sich unbedingt an einen Spezialisten wenden. Führender Pionier für schonende Haarimplantation ist Reza P. Azar. Er leitet das Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin. Herr Azar, schön, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.

Azar: Sehr gerne, das Thema Haarausfall und Haarausfall-Behandlungen ist mein Lebensschwerpunkt und meine Leidenschaft. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen und den Leidensdruck zu nehmen.

Wir hatten es ja bereits eingangs erwähnt, aber vielleicht können wir noch einmal darauf eingehen: Haarausfall ist kein Problem, das ausschließlich Männer betreffen kann, sondern im Prinzip jeden, richtig?

Azar: Das ist korrekt. Haarausfall betrifft jeden, das merken wir ja bei einem Blick in den Ausguss oder das Kopfkissen. Allerdings wird es nur für jene zum Problem, die am Tag mehr als ca. 100 Haare verlieren bzw. wenn die Haarwurzeln absterben und keine neuen Haare mehr ausprägen.

● Das kann übrigens auch schon bei Kindern der Fall sein. Hier kann der sogenannte Kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata), selbst herbeigeführter Haarverlust, Pilzerkrankungen oder ähnliches ursächlich sein.

● Frauen sind in ihrem Leben starken Hormonschwankungen unterworfen (Empfängnisverhütung mit der Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft, Menopause), leiden häufiger als Männer unter Mangelerscheinungen (Eisenmangel) und sind daher oft von diffusem Haarverlust (telogenes Effluvium) betroffen, d.h. Haare dünnen über den gesamten Kopf aus. Aber auch erblicher Haarverlust tritt bei vielen Frauen auf, allerdings später als bei Männern.

● Männer sind sehr häufig von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Er setzt teilweise bereits in jungen Jahren ein, bspw. mit Anfang 20 und schreitet voran, bis nur noch ein Haarkranz verbleibt. Ein typischer Verlauf sieht so aus, dass sich zunächst Geheimratsecken ausprägen, Haare im Tonsurbereich verloren gehen und dieser Prozess immer weiter voranschreitet.

Man hört ja immer nur von dem erblich bedingten Haarausfall, aber gibt es noch weitere Arten der Alopezie? Welche Ursachen stecken dahinter?

Azar: Wir könnten zu diesem Thema Bücher füllen (und das haben wir in unserer Klinik auch bereits). Jedoch versuche ich die häufigsten Formen des Haarausfalls kurz zu beleuchten:

Der erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls. Er ist bei Männern und Frauen zu beobachten, allerdings unterscheiden sich Häufigkeit, Verlauf und der Zeitpunkt, wann dieser einsetzt, erheblich. Vereinfacht gesagt steckt hinter dem erblich bedingten Haarausfall eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf das Stoffwechselprodukt DHT (Dihydrotestosteron). Dieses ist ein Umwandlungsprodukt aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Die Überempfindlichkeit auf DHT sorgt dafür, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird, bis hin zum Absterben der Haarfollikel.

● Männer können bereits mit jungen Haaren erste Anzeichen feststellen, beginnend mit Geheimratsecken und Haarverlust im Tonsurbereich.

● Frauen sind zumeist erst nach der Menopause vom erblichen Haarausfall betroffen. Er geht in aller Regel mit einer Ausdünnung des Mittelscheitels sowie einem generalistischen Ausdünnen des Haarbildes einher. Auch Geheimratsecken können sich ausprägen.

Kreisrunder Haarausfall ist, wie der Name schon sagt eine Form des Haarausfalls, der mit kahlen Stellen im Kopfhaar (und auch im sonstigen Körperhaar) einhergeht. Hinter dieser Form des Haarverlustes steckt eine Autoimmunreaktion des Körpers, die sich gegen die eigenen Haarwurzeln richtet. Diese Form des Haarausfalls verläuft meist in Schüben, ist meist regenerativ und entwickelt sich in vielen Fällen von selbst wieder zurück.

Unter dem diffusen Haarausfall versteht man ein Verlust an Haaren, der sich über den gesamten Kopf erstreckt. Hinter dieser Art des Haarverlusts steckt meist eine Mangelerscheinung, Mangelernährung oder eine Erkrankung. Da viele Ursachen möglich sind, ist eine genaue Untersuchung essenziell. Sobald der Mangel abgestellt bzw. die Ursache gefunden wurde, regeneriert sich das Haarwachstum in aller Regel schnell von selbst wieder.

Sonstige Formen des Haarausfalls: Die häufigsten drei Formen von Haarverlust sind die zuvor genannten. Allerdings beobachten wir immer wieder Sonderformen, die es genau zu untersuchen gilt. Es können beispielsweise auch psychologische Umstände, falsche Frisuren, Vergiftungen oder Kopfhauterkrankungen und Infektionen ursächlich sein.

In unserer Klinik haben wir uns voll und ganz dem Haarausfall und geeigneten Therapien und Behandlungen verschrieben, daher forschen wir auch aktiv an diesen Themen.

Tipp: Bilder von typischen Verläufen, Ursachen und Hintergründe können Sie auch in unserem Beitrag “Haarausfall Ursachen und typische Muster” weiterlesen.

Welche Therapiemethoden bieten Sie diesbezüglich in Ihrem Zentrum für Haartransplantation an?

Azar: Das ist genau die richtige Frage. Denn viele Patientinnen und Patienten fragen mich als erstes nach einer Haartransplantation. Bei uns ist das aber immer der letzte Schritt. Denn zunächst versuchen wir den Haarverlust so schnell es geht zu stoppen und vorhandene Haarwurzeln wieder zu reaktivieren. Und dies erreichen wir mit regenerativen Therapien.

Sehr zufriedenstellende Ergebnisse erreichen wir mit der PRP-Therapie. Der Name PRP kommt von „Platelet Rich Plasma“ oder in Deutsch „plättchenreiches Plasma“. Bei dieser Behandlung entnehmen wir Blut des Patienten und bereiten es speziell auf. Genauer gesagt, trennen wir es in seine einzelnen Bestandteile und nutzen nur das Thrombozytenreiche Plasma. Dieses Plasma ist besonders reich an Wachstumsfaktoren und Zytokinen. Zudem weist es eine besonders hohe Konzentration an Blutplättchen und Mikronährstoffen auf. Mit einer Injektion in die betroffenen Areale der Kopfhaut erreichen wir positive Effekte, auf das Wachstum sowie die Zellregeneration der Haarwurzeln.

Je nach Ausgangssituation gibt es allerdings noch weitere Therapien, die eine regenerative Wirkung auf die Haarwurzeln haben. Dazu gehören:

● Die Laser-Therapie: Behandlung der Kopfhaut und Haarwurzeln mit niedrig-energetischem Laserlicht, zur Stimulation der Haarwurzeln, zudem erreichen wir eine entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Wirkung.

● Die Meso-Therapie: Injektion von ausgewählten Wirkstoffen, Nährstoffen und ggf. Medikamenten in die Kopfhaut, um den Alterungsprozessen in Zellen, Geweben und Organen entgegenzuwirken, zudem werden selbstheilende und regenerierende Vorgänge angestoßen.

● Die Stammzellentherapie: Aus Fettgewebe sowie Haarfollikeln werden Stammzellen gewonnen. Diese werden wiederum an betroffenen Stellen in die Kopfhaut eingebracht, um dort ihr Wachstumsfördernde Wirkung zu entfalten.

Lassen Sie uns doch einmal direkt in Ihr weiteres Spezialgebiet eintauchen, die Haartransplantation. Wann würden Sie als Spezialist dazu raten und gibt es auch Situationen, in denen Sie unbedingt davon abraten würden?

Azar: Grundsätzlich ist die Haartransplantation der letzte Schritt in unseren Haarbehandlungsmaßnahmen. Nur wenn kahle Stellen verbleiben und dort keine gesunden Haarwurzeln mehr vorhanden sind, werden diese Stellen mit gesunden Haarwurzeln aufgefüllt.

Zudem hat nicht jede Haartransplantation eine hohe Aussicht auf Erfolg. Uns haben leider schon viele Patientinnen und Patienten besucht, die ihre Operation bei Billiganbietern im Ausland haben vornehmen lassen, mit schrecklichem Ergebnis.

Denn einerseits muss die Operation natürlich fachmännisch vorgenommen werden und andererseits kommt nicht jeder in Frage. Wenn der Haarausfall nicht gestoppt wurde, fallen die nativen Haare weiter aus. Zudem müssen natürlich auch ausreichend Spenderhaare zur Verfügung stehen, sonst sind Spenderareale zu sehr ausgedünnt, was auch nicht natürlich aussieht.

Tipp: Lesen Sie für weiterführende Informationen in unseren Beitrag “die wichtigsten Fragestellungen zur Haartransplantation” weiter.

Haarausfall gibt es ja nicht nur auf dem Kopf, sondern auch an anderen Stellen des Körpers, wie etwa beim Bart des Mannes oder bei den Wimpern der Frau. Kommen in diesem Zusammenhang ebenfalls Menschen auf Sie zu?

Azar: Das ist korrekt, je nach Ursache des Haarausfalls, können Haare am ganzen Körper ausfallen oder eben nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. So wünschen sich einige Patientinnen und Patienten Haare auf Narben (aufgrund von Unfällen) oder auf angeborenen, haarlosen Bereichen (bspw. eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte).

Als eines der führenden Zentren für Haarausfall-Behandlungen und Haartransplantationen weltweit, haben wir eine besonders schonende Technik entwickelt, die sogenannte IFUE-Haartransplantation. Dieses schonende Verfahren ermöglicht es uns Haarfollikel in sehr sensiblen Bereichen zu entnehmen (Kopf, Körperhaar, Bart, Brust, Rücken) und zu platzieren: Kopf, Bart, Wimpern, Augenbrauen.

Haarausfall ist mitunter eine heftige psychologische Belastung für die Betroffenen. Sie geben Ihnen mit Ihren Therapien und Behandlungen ein großes Stück Selbstvertrauen zurück. Wie fühlt sich das für Sie an?

Azar: Toll und sehr erfüllend! Der Großteil meiner Patienten ist beruflich sehr erfolgreich, steht im Mittelpunkt, beruflich und oder den Medien. Haarausfall wird oft gleichgesetzt mit einer Krankheit oder Schwäche. Das ist natürlich Quatsch, allerdings kratzt es am Selbstverständnis und Selbstbewusstsein und kann sehr belastend sein.

Umso mehr erfüllt es mich, wenn wenn wir gemeinsam die Erfolge feiern können und das Strahlen und die Lebensfreude in die Gesichter zurückkehrt. Genau aus diesem Grund gehe ich jeden Tag mit einem Lächeln in die Praxis!

Bei den allermeisten können wir vermeintlich verloren gegangene Haarwurzeln wieder reaktivieren. Teilweise ist eine Haartransplantation notwendig, wo wir mit Anwuchsraten von 90% eine sehr starke Erfolgsquote vorweisen können.

Aufgegeben haben wir noch keinen Patienten und die Situation konnten wir bei eigentlich jedem Patienten verbessern.

Gibt es irgendwelche Tipps, die Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben können, um ihr Haar gesund zu halten?

Azar:

Im Grunde genommen geht es darum ein gesundes Leben zu führen und Strapazen von den Haaren fernzuhalten. Der Haarfollikel ist das kleinste menschliche Organ und er ist sehr sensibel. Daher möchte ich drei Bereiche nennen, worauf die Leser achten sollten:

  1. Schädliche Einflüsse, wie Stress, Rauchen, Zugkraft durch Haarteile, Hitze etc. führen zu einer hohen Belastung. Das kann das natürliche Haarwachstum negativ beeinflussen, bis hin zum Absterben der Haarwurzel.
  2. Ausreichend Nährstoffe sind ebenfalls elementar. Dafür ist eine gute Durchblutung der Kopfhaut notwendig und natürlich das Vorhandensein der Nährstoffe im Blut. Bei Frauen sehen wir oft eine unzureichende Eisenversorgung, aber auch Biotin, Vitamine und Spurenelemente sind wichtig für ein gesundes Haarwachstum.
  3. Die Pflege der Kopfhaut und der Haare ist natürlich auch ein Bereich, bei dem Einfluss genommen werden kann. Das heißt auch, dass nicht zu aggressiv vorgegangen werden darf. Zu häufiges Waschen, aggressive Shampoos können die Kopfhaut angreifen. Zu wenig Pflege kann Schädlinge oder Pilzinfektionen begünstigen. Auch das Färben oder Föhnen von sehr nassen Haaren bedeutet Stress für die Haare.

Sollten Sie feststellen, dass kahle Stellen entstehen, die Kopfhaut durchschimmert oder sehr viele Haare ausfallen (grobe Faustregel, siehe oben: Etwa 100 Haare pro Tag), dann sollten Sie Hilfe aufsuchen. Denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr Haarwurzeln gehen (oft unwiederbringlich) verloren.

Der Hausarzt kann hier schon helfen, da er ggf. Zusammenhänge mit Behandlungen oder Mangelerscheinungen kennt. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht (ohne dass es uns um Eigenwerbung geht), dass kein Arzt auf Haarausfall spezialisiert ist, auch Dermatologen nicht. Zögern Sie daher nicht, auf unserer Webseite nach Rat zu suchen, wir bieten viele Ratgeber-Beiträge an. Zögern Sie zudem bitte nicht, Kontakt zu uns aufzunehmen und einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Vielen Dank, Reza P. Azar, Leiter des Zentrums für moderne Haartransplantation in Berlin.

Azar: Vielen Dank an Sie und herzliche Grüße von dem ganzen Team des Zentrums für moderne Haartransplantation in Berlin und mir!

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